Programme 2017

Diddeleng, gutt duerchduercht!

 

Die Bilanz der grünen Gemeindepolitik in Düdelingen während der letzten sechs Jahre lässt sich sehen. Im Spannungsfeld zwischen einer langjährigen Oppositionsrolle auf kommunaler Ebene und der seit fast vier Jahren dauernden Regierungsbeteiligung der Grünen, haben déi gréng es geschafft, stets das Beste für unsere Stadt herauszuholen. Dies im Einklang mit einer erfolgreichen Politik innerhalb der Regierung.


Gréng wierkt, och zu Diddeleng

Gemeinden, in denen Grüne im Schöffenrat vertreten sind oder gar den Bürgermeister stellen (wie bspw. Beckerich, Differdingen oder Remich) zeichnen sich durch einen sehr dynamischen und nachhaltigen Wandel aus. Eine grüne Mitwirkung würde auch unserer Stadtentwicklung frischen Wind einhauchen.
Es geht den Grünen keinesfalls darum, alles mies oder schlecht zu reden, sondern viele konkrete Verbesserungsvorschläge zu unterbreiten, um unsere Stadt noch attraktiver und nachhaltiger zu gestalten. Den Beweis dafür haben wir bereits erbracht:

Déi gréng haben ihre Rolle in der Opposition vor allem dazu genutzt um konstruktive Verbesserungsvorschläge und richtungsweisende Initiativen einzubringen. Eine ganze Reihe dieser Vorschläge sind vom Schöffenrat zurückbehalten worden, z.B. die kollektiv genutzte Photovoltaikanlage auf den Dächern des Kulturzentrums und der Fußballtribüne, die Initiative „Energiesparen macht Schule“, die Konvention mit der „Eltereschoul“ und das Projekt „Baby Plus“.

Kürzlich wurde der Vorschlag von déi gréng, eine partizipative Bürgerbeteiligung als Zusatz in die vom Gemeinderat gestimmte Resolution zur Erhaltung der direkten Zugverbindungen einzubinden, einstimmig von allen Parteien angenommen. Déi gréng haben somit erneut bewiesen, dass sie fähig sind, ihre Verantwortung im Interesse der Düdelinger Bevölkerung zu übernehmen.

Bürgerbeteiligung gehört zum grünen Selbstverständnis. Aus diesem Grunde wurde das vorliegende Wahlprogramm von déi gréng Diddeleng zusammen mit an der Stadtentwicklung interessierten BürgerInnen erarbeitet, und zwar im Rahmen eines mehrteiligen Bürgerbeteiligungsprozesses. Dazu gehörten:

  • ein grünes Bürgerforum, in Anlehnung an das eingeschlafene Bürgerforum der Gemeinde,

  • mehrere öffentliche Veranstaltungen (zu den Themen Ernährung, Bürgerbeteiligung, Verkehrspolitik und Zugverbindungen und Wohnungspolitik)

  • und ein gemeinschaftliches Erarbeiten der Kernvorschläge dieses Programms.

 

Gréng wierkt! – Regierungspolitik fir Diddeleng

Bei den Gemeindewahlen 2017 handelt es sich um die ersten vor dem Hintergrund einer grünen Regierungsbeteiligung. Die Bilanz nach nur 4 Jahren lässt sich auch für Düdelingen sehen:

  • Bau mehrerer Radwege mit Anbindung an das nationale Radwegenetz, nach zuvor jahrzehntelangem Stillstand,

  • Einrichtung einer neuen Ringbuslinie in den umliegenden Industriezonen,

  • Expressbuslinie nach Luxemburg-Kirchberg,

  • Massive Investitionen in den Ausbau des Eisenbahnnetzes Richtung Süden, durch die Düdelingen mittelfristig eine spürbare Erhöhung der Taktfrequenz und Kapazität erleben wird,

  • Aufforderung des Ministers an den Schöffenrat, in einem Bürgerbeteiligungsprozess die beste Lösung vor dem Hintergrund mehrerer Alternativen im Hinblick auf die zukünftigen Zugverbindungen zu erarbeiten,

  • Planung einer Lärmschutzmauer entlang der „Collectrice du Sud“,

  • Kompensationsmaßnahmen noch vor Vollendung der jeweiligen Projekte. Dies ist ein regelrechter Paradigmenwechsel im Vergleich zu früheren Bauten- und Transportministern, die Kompensationsmaßnahmen versprachen, die zum Teil bis heute nicht umgesetzt wurden.

 

Das vorliegende Wahlprogramm von déi gréng Diddeleng ergänzt auf sehr detaillierte Art und Weise das nationale grüne Wahlprogramm für die Kommunalwahlen von 2017 (www.greng.lu/gemengewahlen-2017). Aus Platzgründen gibt es zwei Versionen: die vorliegende Web-Version mit ausführlicher Darstellung der Politikfelder und der Auflistung von vielen detaillierten Vorschlägen sowie die zusammengefasste Version in der 28-seitigen Broschüre, die an alle Haushalte verteilt wurde.

Jede Bürgerin und jeder Bürger ist aufgefordert, sich je nach Interesse die allgemeinen oder die detaillierten Vorschläge anzuschauen, um dann zu entscheiden, ob in seinem Sinne gréng wierkt.


1. E Stadkär, dee säin Numm verdéngt

Sech am Stadkär begéinen

Was die Aufwertung des Stadtkerns angeht, scheinen sich, vereinfacht gesagt, zwei grundsätzliche Strategien gegenüber zu stehen:

  • Die Öffnung der Niddeschgaass nur für die Fußgänger und Radfahrer, mit einer innovativen Förderpolitik für kleine und attraktive Geschäftsmodelle, wie déi gréng sie seit 25 Jahren befürworten,

  • Die Einführung eines shared space, bei dem der Individualverkehr weitgehend unangetastet bleibt und eine Geschäftswelt, die sich mehr auf internationale franchise-Ketten als auf einheimische Geschäfte stützt - also die Situation, wie sie weiterhin besteht

Vom Shared Space zur Fußgängerzone

In unseren Bedenken gegenüber dem shared space sehen wir uns leider bestätigt: Autos und Motorräder haben sich kurzerhand den Raum zurückerobert, Fußgänger und Radfahrer werden an den Rand gedrängt. Das Parkplatzangebot im shared space verursacht zusätzlichen Verkehr auf der Suche nach einem freien Kurzzeitparkplatz und wildes Parken, wenn ein solcher nicht rasch frei wird. Shared space: es hält nicht, was es verspricht.

Von daher fühlen sich déi gréng mehr denn je bestätigt, die Einrichtung einer Fußgängerzone als Kernforderung aufrecht zu halten. Da der shared space nun mal besteht, könnte er später als Sprungbrett in Richtung Fußgängerzone genutzt werden: eine Umgestaltung der shared space-Zone in eine Fußgängerzone erfordert kaum zusätzliche Baumaßnahmen. Zusammen mit zahlreichen MitbürgerInnen sind wir überzeugt, dass nur eine Fußgängerzone den Stadtkern zu einer wahren Begegnungszone machen kann: eine Voraussetzung für das Überleben der Geschäftswelt und für die Ansiedlung neuer Geschäfte.

Die neuen Kurzzeitparkplätze sind übrigens nicht nur kontraproduktiv, sondern überflüssig. In der Tat können Kunden auch größere Waren abholen, wenn sie das unterirdische, kostengünstige Parkhaus nutzen. Immerhin bewirbt der Schöffenrat die „mehr als 1200 Parkplätze, die sich weniger als 5 Minuten vom Stadtzentrum befinden“!

Darüber hinaus sei neben der schon guten Anbindung an die Vel’ok-Stationen, an die City-Buslinien, an die neue Bushaltestelle in bester Lage und an die beiden Bahnhöfe im Zentrum erinnert. Und überhaupt: als die Niddeschgaass während mehr als einem Jahr gesperrt war, blieb das befürchtete Verkehrschaos im Zentrum aus: warum also so zögerlich mit der Fußgängerzone?

 

Eine originelle Geschäftswelt im Zentrum

Fast überall verliert der innerstädtische Einzelhandel an Boden gegenüber der „grünen Wiese“. Gegen den allgemeinen Trend, dass die Verbraucher beim kleinsten Einkauf gleich ins Auto springen, gibt es keine einfachen und durchschlagenden Strategien.

Wahrscheinlich hat unser Stadtkern mit seinen Geschäften nur eine Chance durch eine Flucht nach vorn: wenn die Kunden neben Allerweltsmarken originelle Geschäfte finden. Hier kann die Gemeinde zwar nur lenkend eingreifen, aber ganz aussichtslos können Fördermaßnahmen im rechtlichen Rahmen sicher nicht sein.

Grundsätzlich setzen wir uns dafür ein, dass leerstehende Geschäftsräume weiterhin übergangsweise genutzt werden und dass Geschäfte, die dem Geschäftszentrum Mehrwert bringen, von der Gemeinde gefördert werden. Allerdings muss vorab geprüft werden, wie weit der Spielraum der Gemeinde rechtlich abgesichert ist. Auch müssen die Hausbesitzer in einen strategischen Prozess eingebunden werden.

 

Hier einige Ideen:

  • Die Fußgängerzone wäre natürlich die Grundvoraussetzung für die Attraktivität des Stadtkerns.

  • Pop-up Stores oder kleine Esslokale in leerstehenden Geschäftslokalen sollen weiterhin unterstützt werden.

  • Ein Geschäft könnte von der Gemeinde angemietet oder unterstützt werden um Produkte aller Ateliers protégés aus Luxemburg anzubieten.

  • Ein Restaurant, das hauptsächlich von Menschen mit Behinderungen geführt wird, könnte die Unterstützung der Gemeinde bekommen.

  • Gründer mit originellen Ideen könnten zu bezuschusster Miete auf Zeit ein Lokal beziehen können.

  • Pauschalangebote, die das Einkaufen mit Kulturangeboten verbinden (“Cultureshopping”) könnten auch auswärtige Besucher anziehen.

  • Eine gemeinsame Internetplattform “Onlineshoppen zu Diddeleng” soll aufgebaut werden. Die bestellte Ware wird wahlweise abgeholt oder geliefert.

  • Ein Produzentenmarkt kann Samstags- oder Sonntagsmorgens den neuen Platz an der Post beleben, damit auch Bürger, die in der Woche arbeiten, eine Marktgelegenheit bekommen. So wird diesem Platz Leben eingehaucht.

  • Eine Initiative für verpackungsfreie Waren, ähnlich „OUNI“ in Luxemburg, soll gefördert werden. Die würde es erlauben, in Düdelingen ohne (Einweg)Verpackungen einzukaufen.

  • Parallel dazu kann ein Repair-Shop aufgebaut werden: ein Ort wo Menschen sich treffen und voneinander lernen können die Dinge zu reparieren, die nicht mehr funktionieren, anstatt sie wegzuwerfen.

 

Ein Ort entspannter Begegnungen

Der Stadtkern sollte sich nicht auf Shopping reduzieren, denn damit wäre die Belebung des Stadtkerns noch nicht gelungen. Durch gezielte Aktionen und belebende Elemente wird der öffentliche Raum im Stadtzentrum zum Begegnungsort. Hier einige Ideen:

  • In Zusammenarbeit mit den lokalen Galerien und Künstlergruppen soll im Sommer eine outdoor Kunstgalerie aufgebaut werden.

  • Die Grünanlagen und Plätze können durch öffentlich zugängliche Gemüsebeete und Hochbeete bereichert werden, wo sich die Bürger bedienen können.

  • In den Grünanlagen sollen Blumenbeete, kleine Lehrpfade und die Beschilderung markanter Bäume und Sträucher den Bezug der Bürger zur Natur stärken helfen.

  • Punktuelle Konzerte – z.B. in Zusammenarbeit mit der Musikschule und lokalen Bands – sollen die Atmosphäre im Zentrum, außerhalb der Großveranstaltungen wie der Fête de la Musique, verbessern.

  • Punktuelle Veranstaltungen (Biomarkt, repair café, upcycling Markt,…) sollen dazu beitragen, den Stadtkern attraktiver zu gestalten.

  • Der renovierte Kiosk auf dem Gemeindeplatz könnte in origineller Weise bespielt werden, z.B. indem Elemente von „virtual reality“ dort eingebracht werden.

  • Mehr Spielelemente für Kinder sollen auch in der Fußgängerzone und auf kleinen Plätzen zur Verfügung stehen.

  • Ein entsprechendes Design soll dafür sorgen, dass BürgerInnen mit Seh- oder anderen Behinderungen den öffentlichen Raum besser nutzen können.

zurück zum Inhaltsverzeichnis


2. Bezuelbare Wunnraum fir jiddereen

Bezuelbare Wunnraum fir jiddereen

 

Nicht nur auf lokaler, sondern überhaupt auf nationaler Ebene stellt das Recht auf erschwinglichen Wohnraum eine der brennendsten Herausforderungen an die Politik dar, und das sicherlich noch für die nächsten Jahrzehnte.

Wenn die Einwohner Luxemburgs ihren Lebensstandard in der heutigen Form halten wollen, müssen sie akzeptieren, dass die Wirtschaft weiterhin wächst. Wünschenswert wäre, wenn dieses Wachstum qualitativer und nachhaltiger wird. Es werden also weiter Arbeitsplätze hinzukommen und zusätzliche Wohnungen gebraucht. Da schon heute Tausende fehlen, muss innovativ geplant und gebaut werden, damit Wohnraum nicht teurer wird, die Ortschaften nicht im Verkehr ersticken und die Grünzonen nicht noch mehr angeknabbert werden.

Auch in Düdelingen wird bezahlbarer Wohnraum immer mehr zur Mangelware. Das spüren junge Haushalte ebenso wie Menschen mit schmalem Geldbeutel. Sicher, die Gemeinde kann nicht die Hauptakteurin auf diesem komplexen Terrain sein. Doch mit jedem verpassten Jahr zieht sich der Aktionsradius der Gemeinde mehr zusammen.

Bisher verzichtete die Gemeinde auf kommunale Wohnungsbauprojekte. Der Bau von Sozialwohnungen wurde nationalen Akteuren (Fonds du Logement, SNHBM) überlassen und dauert kleine Ewigkeiten. Hier muss die Gemeinde sich eine Strategie zulegen, mit differenzierten Instrumenten, die von der Beschleunigung des Baus von Sozialwohnungen über die Beteiligung an privaten Bauprojekten bis hin zu kommunalen Wohnungsbauprojekten reichen könnten.

 

Alle Möglichkeiten der Gemeinde ausschöpfen

In der letzten Legislaturperiode sind Wohnungen in den Besitz der Gemeinde gelangt, die sie mit Hilfe des Sozialamtes verwaltet. Sie werden nur kurze Zeit belegt bei gleichzeitiger Betreuung durch Sozialarbeiterinnen. Diese Übergangslösung für Menschen in Not reicht nicht aus.

Darüber hinaus ist es notwendig, Wohnungen zu schaffen, die kleiner sind und auf kleineren Grundstücken stehen und Privatinitiativen zu fördern, die bezahlbaren Wohnraum schaffen.

Folgende Maßnahmen sind sinnvoll:

  • Damit die Gemeinde eine aktive Rolle im Wohnungsbau spielen kann, muss sie selbst Bauland erwerben, wobei sie auf staatliche Hilfen zurückgreifen kann. Das Viertel Neischmelz bietet diese Möglichkeit. Hier sollen Wohnungen nach dem Erbpachtvertrag entstehen.

  • Die Gemeinde setzt sich beim Fonds de Logement für die Förderung alternativer Bau- und Erwerbsmodelle ein, damit im Viertel Neischmelz beispielsweise auch Wohnkooperativen entstehen können oder Bauen in Eigenregie möglich ist.

  • Durch eine Reform des Bautenreglements wird eine Verdichtung der bestehenden Wohnviertel ermöglicht. So können in bestehenden Gebäuden Einliegerwohnungen für Studenten, Senioren oder Menschen mit Behinderungen entstehen sowie Mietgemeinschaften geschaffen werden.

  • Die Gemeinde wird noch aktiver im Bereich des sozialen Wohnungsbaus und investiert vor allem in soziale Mietwohnungen.

  • Die Agence Immobilière sociale wird ausgebaut. Die Besitzer leerstehender Häuser und Wohnungen werden kontaktiert und informiert über die Vorteile, die sie im Fall einer Vermietung genießen.

  • Die Gemeinde schafft günstige Übergangswohnungen für Jugendliche, die sich keine eigene Wohnung leisten können.

  • Die Gemeinde macht die kommunale Mietkommission bekannt und nutzt sie auf Anfrage der Mieter als Instrument zur Kontrolle des Mietpreises.

  • Menschen mit Behinderungen, die oft über geringere finanzielle Mittel verfügen, benötigen darüber hinaus Wohnungen, in denen die Zugänglichkeit garantiert ist.

  • Die rechtlichen Möglichkeiten des Pacte-Logement-Gesetzes, wie das Vorkaufsrecht, der „bail emphythéotique“ oder die Einführung erhöhter Grundsteuern auf Baulücken um die Bodenspekulation zu bekämpfen, müssen endlich bis zur letzten Möglichkeit ausgeschöpft werden.

 

Neue Wege für mehr Wohnraum

Grüne Wohnungspolitik konkret begreift eine Reihe von durchgreifenden Maßnahmen, von denen hier einige aufgeführt sind:

  • Die Prozeduren sollen so weit wie möglich entschlackt werden (simplification administrative und guichet unique), die Bauträger optimal begleitet werden.

  • Der Bau von Sozialwohnungen soll beschleunigt werden. Das Instrumentarium reicht von der Beteiligung an privaten Bauprojekten bis hin zu kommunalen Wohnungsbauprojekten. Dabei soll eine Ghettobildung vermieden werden, Sozialwohnungen müssen in allgemeine Wohnprojekte integriert werden.

  • Um die Preisspirale einzudämmen, muss die Anzahl der Wohnungen pro Gebäude, deren Größe und Form überdacht werden. Appartementwohnungen müssen dabei Lebensqualität bieten, sprich: großzügige Außenterrassen, Begrünung (vertikale Gärten), weitläufige öffentliche und gemeinschaftliche Park- und Gartenanlagen.

  • Häuser für Wohngemeinschaften sollen im Zentrum eingerichtet werden.

  • Privathaushalte sollen die Möglichkeit bekommen, unter kontrollierten Auflagen Zimmer und kleine Wohnungen in ihrem Haus einzurichten.

  • Wohnungstausch soll gefördert werden, indem die ältere Generation auf intergenerationelle Wohnungen der Gemeinde zurückgreifen kann, wenn gleichzeitig die größere Wohnung oder das Haus an junge Familien vermietet wird.

  • Die Allgemeinheit kann nicht weiter akzeptieren, dass Stadtentwicklung durch Baulandspekulation behindert wird.

 

zurück zum Inhaltsverzeichnis

 


3. Besser Mobilitéit, manner Verkéier

Ouni Stress mobil sinn

Ein wachsendes Verkehrsaufkommen ist der Preis, den die Einwohner vieler Gemeinden für das anhaltende Wirtschaftswachstum zu zahlen haben. Doch der Verkehr, das sind wir alle. Und alle müssen ihren Beitrag leisten, um die negativen Folgen des Verkehrs abzufedern helfen – sowohl innerhalb wie von und nach Düdelingen.

 

Aus Diddeleng eraus

Wenn über den Verkehrsinfarkt an den Ausfahrten von Düdelingen diskutiert wird, wird gerne mit dem Finger auf Durchgangspendler gezeigt. Tatsache ist, dass vor allem die Düdelinger selbst für das Verkehrsaufkommen verantwortlich sind. Auch die ungebremste Ansiedlung von neuen Supermärkten an der Peripherie (Lidl, Cactus) ist dazu angetan, das Verkehrsaufkommen zu erhöhen, und das nicht nur zu Spitzenstunden. Nicht zu vergessen Tanktouristen und Lastkraftwagen, die sich an Düdelinger Tankstellen mit Sprit eindecken.

 

Zuch/Bus

Maßnahmen, den Straßenverkehr zu reduzieren, sind meist hoffnungslos, wenn nicht zuerst der öffentliche Transport attraktiver gestaltet wird. Deshalb ist es absolut begrüßenswert, dass der grüne Transportminister François Bausch ein massives Investitionsprogramm ins Eisenbahnnetz zügig umsetzt: gréng wierkt!

 

Erklärungsbedarf für Nachholbedarf

Wenn über 50 Jahre Versäumnisse in kürzester Zeit nachgeholt werden müssen, kommt es zwangsläufig zu Schwierigkeiten in der Übergangsphase. So sorgte die Ankündigung der CFL, die meisten direkten Zugverbindungen zwischen Düdelingen und der Hauptstadt vorübergehend zu streichen, für große Aufregung, auch bei uns Grünen. Bei allem Verständnis für die komplexen Herausforderungen in der Übergangsphase, sprechen sich déi gréng Diddeleng selbstverständlich für eine Beibehaltung möglichst vieler direkter Verbindungen aus.

Zur Übergangsphase: in den letzten Jahren stieg die Zahl der Bahnreisenden um 50%! Das Ergebnis dieser erfreulichen Entwicklung: es herrscht Stau auf den Schienen. Es kommt zu unzumutbaren Verspätungen und überfüllten Zügen. In den letzten Jahrzehnten wurde nämlich versäumt, die Bahnstrecke zwischen Bettemburg und Luxemburg auf 4 Gleise auszubauen und den Bahnhof Bettemburg zu modernisieren.

Derzeit werden mit über 3,1 Milliarden Euro die höchsten Investitionen seit dem Zweiten Weltkrieg in den Ausbau der Eisenbahn getätigt. Dadurch werden die Kapazitäten Richtung Süden (also auch nach Düdelingen) erhöht. Nach dem Ausbau kann dann sogar ein Viertelstundentakt für Düdelingen eingeführt werden. Um die Übergangsphase zu verkürzen, genießen der Ausbau des Bahnhofs Luxemburg und die Modernisierung des Bahnhofs Bettemburg oberste Priorität. Minister Bausch ließ beide Projekte um ganze 5 Jahre vorziehen. Außerdem gab der Nachhaltigkeitsminister der CFL die Erlaubnis, ab 2019 massiv in neues Zugmaterial zu investieren. Um die Übergangsphase abzufedern, wurden – auch durch Nachhaken von déi gréng Diddeleng – mehrere Maßnahmen eingeleitet:

  • Die verbleibenden Direktzüge werden verstärkt,

  • Eine Expressbuslinie nach Luxemburg-Kirchberg wird eingeführt,

  • Die Linie 305 Düdelingen-Bettemburg wird alle 30 Minuten (alle 15‘ in Spitzenzeiten) angeboten.

 

Ein partizipativer Prozess

So verlockend ein 15 Minuten Takt von Düdelingen nach Bettemburg (oder gar bis in die Stadt) und zurück sich anhört, so birgt er doch einige Tücken. Laut Berechnungen der CFL könnte ein solch intensiver Takt in beide Richtungen auf einem Gleis nur bewerkstelligt werden, wenn die vier Bahnübergänge verschwinden. Anderenfalls wären die Schranken ständig geschlossen, was wiederum zu Rückstaus im Straßenverkehr führen würde. Verschiedene Szenarien sind a priori vorstellbar:

  • Beibehaltung der Bahnübergänge und den Rückstau im Straßenverkehr in Kauf nehmen. Das entspräche zwar der idealistischen Vision eines ruckartigen Umsteigens der BürgerInnen vom Individualverkehr, der damit behindert würde, auf andere Verkehrsformen. Doch muss realistischerweise davon ausgegangen werden, dass dies nicht so schnell vor sich geht und die Anrainer der Bahnübergänge mit erheblichem Standverkehr geplagt würden.

  • Reduzierung der Bahnübergänge und Bau von aufwändigen Unterführungen: hier würde ein erhebliches Stück Lebensqualität in der Stadt zugunsten des fließenden Individualverkehrs geopfert. Die Stadt würde im Blickwinkel der Fußgänger und Radfahrer noch mehr in zwei Teile gespalten, möglicherweise müsste der historische Bahnhof abgerissen werden, … alles Maßnahmen, denen wir jedenfalls sehr skeptisch gegenüberstehen.

  • Ein leichteres Tram-ähnliches Fuhrmaterial könnte dazu führen, dass die Bahnübergänge durch Ampeln ersetzt werden, die dem Tramgefährt Vorfahrt ließen. Doch falls solche Züge nicht bis in die Stadt auf der CFL-Linie fahren könnten, wäre ein Umsteigen in Bettemburg für alle Verbindungen ab Düdelingen wieder nötig. Bei einem entsprechend umgebauten Bahnhof in Bettemburg, mit Aufzügen und Rolltreppen, wo das Umsteigen jedem leichter fällt, nicht so schlimm, doch nicht optimal….

 

Es bleibt also noch Klärungsbedarf. Da in diesem Kontext nicht Alles Schwarz oder Weiß ist, wäre es günstig, die Übergangsphase zu nutzen, um das Pro und Kontra der verschiedenen Szenarien breiter und tiefgründiger zu diskutieren.

Anlässlich einer Veranstaltung im Mai schlug Minister Bausch denn auch vor, dass in einem breit angelegten Bürgerbeteiligungsprozess die besten Lösungsansätze für die zukünftigen Zugverbindungen zwischen Düdelingen und Bettemburg/Luxemburg herausgearbeitet werden, damit sie nach dem Abschluss der Baumaßnahmen in Bettemburg und Luxemburg in die Tat umgesetzt werden können. Dabei könnten auch weitere Haltestellen (Neischmelz, Helper-Scheleck-Multimodal) in Erwägung gezogen werden.

Hier ist natürlich die Gemeinde gefordert. Von daher ist es erfreulich, dass dieser Vorschlag als Zusatz zu einer Resolution des Gemeinderats von der Majorität akzeptiert wurde und von allen Parteien getragen wird. So kann nach den Wahlen der partizipative Prozess in Gang gesetzt werden. Déi gréng bleiben am Ball.

Die Einrichtung einer Ringbuslinie bis zum Bahnhof Nörtzingen, um dort vom Viertelstundentakt profitieren zu können und schon vor den Bettemburger Pendlern in den Zug steigen zu können, erscheint uns eine interessante Option. Auch wenn sie derzeit von den CFL und dem MDDI nicht zurückbehalten wurde, sollte sie jedoch in nächster Zukunft auf ihre Effizienz geprüft werden.

 

Querverbindungen im Süden

Die famose „Minett-Tram op Rieder“: Seit Jahren wird über eine sogenannte Minett-Tram geredet. In den vergangenen Jahrzehnten traten déi gréng im Süden für den Neuaufbau einer Tramlinie ein, die der alten Minettstram entspricht (Dudelange – Kayl – Rümelingen bzw. Schifflingen – Esch – Belval – Differdingen – Rodange).

In absehbarer Zeit wird es konkret. Eine neue Buslinie mit hoher Kapazität soll in einer ersten Phase Düdelingen via Kayl, Schifflingen, Esch und Belval mit Differdingen verbinden.

Auch die Anbindung der Industriezonen an das RGTR-Busnetz ist im Gange: gréng wierkt! Zeitgleich mit dem Bau der Radwege wurden auch schon die Bushaltestellen in den Industriezonen Riedchen und Eurohub realisiert, während sie in der Zone Multimodal und entlang der N31 im Bau sind.

 

Mobilité douce

  • Velospisten

Seit Jahrzehnten wird eine Anbindung von Düdelingen an das nationale Radwegenetz und ein Radweg zwischen Düdelingen und Bettemburg gefordert. Nun hat der grüne Nachhaltigkeitsminister Bausch in kürzester Zeit gleich mehrere Radwege bauen lassen. Büringen-Schelek-Bettemburg; Büringen-Eurohub (beide kurz vor der Fertigstellung), Riedchen-Eurohub-Bettemburg (realisiert). In Höhe der ehemaligen Celula sowie im Bereich Krakelshaff ist Düdelingen nun endlich an das nationale Radwegenetz angeschlossen. Weitere Radwege folgen in unmittelbarer Zukunft (Büringen-Staatslaboratorium).

  • Velosautobunn Diddeleng-Lëtzebuerg

Wir schlagen vor, dass eine sogenannte „Fahrradautobahn“ neben der „Lëtzebuerger Strooss“ gebaut wird, welche es Fahrradfahrern erlaubt auf direktem Weg nach Luxemburg-Stadt zu pendeln. Solche Fahrradautobahnen wurden erfolgreich in anderen Ländern eingerichtet und führten dazu, dass vermehrt Pendler mit dem Rad oder dem Pedelec zur Arbeit fahren. Davon profitiert die Gesundheit, der Verkehrsfluss und die Umwelt.

 

Den Straßenverkehr eindämmen

Eine weitere Herausforderung an die allgemeine Verkehrseindämmung rund um Düdelingen stellt der Kranz an Tankstellen dar, besonders an der Ausfahrt nach Bettemburg. Es scheint illusorisch zu sein, von der Polizei zu erwarten, den ganzen Tag über jene Lastwagen zu kontrollieren, die nicht befugt sind, hier zu tanken, da sie nicht zum lokalen Verkehr zu rechnen sind. Es wurde in Aussicht gestellt, dass die Laster aus dem CFL-Multimodal auf dem Gelände selbst tanken würden und nicht mehr in Düdelingen einfahren. Doch sind die Laster erst einmal aus dem engeren Bereich des Multimodal herausgefahren, so können sie nicht mehr zurück zur dortigen Tankstelle. Hier besteht Klärungsbedarf seitens der CFL.

Mittelfristig sollten Tankstellen durch Verhandlungen mit den Betreibern an die Peripherie von Düdelingen verschoben werden. Dies im Kontext der Nutzung leerstehender Areale in den nationalen Industriezonen, wo sich eh die Frage aufdrängt, ob ein Teil davon nicht in regionale oder lokale Aktivitätszonen für hiesige Betriebe zurückgestuft werden müsste. Es dürfen keine neuen Genehmigungen für Tankstellen innerhalb der Ortschaft ausgestellt werden.

 

Ribeschpont und Butschebuerg vom Durchgangsverkehr entlasten!

In vielen Vierteln, z.B. Boudersberg, Ribeschpont/Soibelkaul, Gaffelt und Tattebierg, hat sich die Verkehrssituation in den letzten Jahren zum Nachteil der Anwohner, Kinder, Fußgänger und Radfahrer erheblich verschlechtert. Die rue Ribeschpont (früher ein beliebter Fuß- und Radweg) ist nun eine viel befahrene Straße, zudem noch direkt an der Schule Ribeschpont gelegen! Auch die rue Soibelkaul ist nun eine Hauptverbindungsstraße zwischen Boudersberg und Büringen. Beide Straßen werden darüber hinaus von zahlreichen Autofahrern aus dem Kayltal als Schleichweg benutzt.

Wir plädieren für die Anpassung der bestehenden Straße in der Industriezone Wolser, wodurch die Nörtzinger Straße mit dem Kreisel beim Recyclingpark verbunden werden könnte. Somit könnten die rue Soibelkaul in eine 30er Zone zurückgebaut und die rue Ribeschpont zwischen Boudersberg und Ribeschpont wieder den Fußgängern und Radfahrern vorbehalten werden, die Gefahrenquelle an der Schule Ribeschpont entschärft und die Verkehrsbelastung in Boudersberg, Ribeschpont und Soibelkaul deutlich reduziert werden. Und all dies ohne Verlagerung des Verkehrs durch ein anderes Wohnviertel und ohne den Bau einer neuen Straße!

 

Besser Mobilitéit an Diddeleng

Die Zahlen belegen es: nicht die Pendler und auswärtigen Besucher sorgen für das Verkehrschaos in Düdelingen, sondern wir Düdelinger selbst! Über 90% des Verkehrsaufkommens wird von Düdelinger Fahrzeugen verursacht. Deshalb ist es umso dringlicher, neben dem Ausbau des öffentlichen Transports von und nach Düdelingen, vor allem die Bürger und Bürgerinnen auf die sanfte Mobilität umsteigen zu lassen. Erleichterung für Fußgänger, ein flächendeckendes und sicheres Fahrradnetz, die Optimierung des öffentlichen Nahverkehrs und spezifische Maßnahmen sind dazu notwendig. Alles im Rahmen einer ganzheitlichen und durchgreifenden Gesamtstrategie.

Generell ist es nicht prioritär, den Verkehr flüssiger zu gestalten, sondern den gesamten Fluss an nicht sanfter Mobilität zu reduzieren, u.a. durch Tempolimits, Verkehrsberuhigung, Verkehrshindernisse. Es muss auch den gesundheitsschädlichen Konsequenzen des Individualverkehrs (Feinstaub und Stickoxide) Rechnung getragen werden. Letztendlich sind auch Lärmreduzierung und -vermeidung im Straßenverkehr wichtig, will man die Lebensqualität in Düdelingen verbessern.

Fußgänger

Ein zentrales Element innerstädtischer Mobilität ist ein sicheres und behindertengerechtes Fußwegenetz, das alle Viertel verbindet. Eine attraktive Fußgängerzone im Zentrum wird zur Drehscheibe der sanften Mobilität.

  • Wir begrüßen ausdrücklich die vorgesehene Schaffung eines Fußgängerleitsystems. Dieses sollte aber nicht nur im Zentrum, sondern in allen Vierteln umgesetzt werden. Begleitende Kampagnen wie z.B. „Zu Fouss durch Diddeleng“ sollen zeigen, dass viele innerstädtische Distanzen kleiner sind als allgemein angenommen. Die Förderung der Fußgänger ist die wirksamste Maßnahme zur Eindämmung des innerstädtischen motorisierten Individualverkehrs. Außerdem lernt man die Stadt besser kennen und man begegnet Mitbürgern.

  • Ponts et Chaussées soll mit Nachdruck überzeugt werden, die Höchstgeschwindigkeit in der route de Thionville auf Höhe des Skaterparks herabzusetzen und eine Ampelanlage zu installieren, damit die Fußgänger sicher zum Bahnhof-Usines gelangen.

  • Dabei sollten weitere Ruhebänke in und zwischen den verschiedenen Vierteln aufgestellt werden. Sie stellen nicht nur Begegnungszonen dar, sondern erlauben auch BürgerInnen mit eingeschränkter Mobilität oder dem Dritten Alter die Teilnahme an der sanften Mobilität.

 

Ein Radwegenetz: worauf warten wir noch?

Eine regelrechte Fahrradkultur muss in Düdelingen wiederbelebt werden. Den Weg dorthin ebnen Informationskampagnen, die Förderung des Elektro-Fahrrades, attraktivere Cycle-Leihfahrräder, Sicherheitsmaßnahmen und nicht zuletzt die Beteiligung an bestehenden Sensibilisierungskampagnen. Als hilfreich wird sich sicher eine Beratungsgruppe von Rad fahrenden Bürgern (Kinder, Jugendliche, Radsportler, Senioren…) erweisen.

Die neuen Anbindungen via Bettemburg an das nationale Radwegenetz, die Neugestaltung des Zentrums und die zahlreichen Tempo 30 Zonen sind gute Voraussetzungen, damit endlich ein flächendeckendes Radwegenetz innerhalb von Düdelingen zustande kommt. Wichtig ist hier vor allem, die fehlenden Verbindungen zwischen den verschiedenen Vierteln herzustellen.

In Düdelingen selbst herrscht nämlich seit Jahrzehnten Stillstand, gibt es nicht den Ansatz eines durchdachten Fahrrad-Konzeptes. Der Schöffenrat gab mehrere Rad-Studien in Auftrag, welche allesamt in einer Schublade verschwunden sind. Realisiert wurde nur die einfache Verbindung des Stadtzentrums mit Burange. Auf Initiative des CIGL-Esch, der im Süden ein Fahrrad-Leihsystem eingerichtet hat, hat Düdelingen auch einige Stationen eingerichtet. Diese Elektro-Fahrräder sind allerdings nicht sehr benutzerfreundlich und für längere Strecken zwischen den Südgemeinden nicht geeignet. Im Stadtzentrum werden zudem mehr als die vorhandenen 5 Abstellplätze benötigt, damit das System passabel funktionieren kann.

Vor allem westlich der Eisenbahnlinie gibt es große Defizite und für Radfahrer wie Fußgänger gefährliche Straßen: rue Gaffelt, route de Luxembourg, rue Ribeschpont (diese ist für Radfahrer wie Fußgänger gar lebensgefährlich), genauso wie auch das Nadelöhr in der rue de la Libération zwischen dem CNA-Gebäude und dem Viertel Schmelz und die unübersichtlichen Kreuzungen im Bereich des Bahnhofs Dudelange-Ville. Dadurch sind die Viertel Gaffelt, Budersberg und Schmelz völlig vom Radwegenetz und vom Stadtzentrum abgeschnitten. Auch Ost-West-Verbindungen zwischen den Vierteln Brill und Büringen einerseits und Budersberg andererseits suchen Kinder, RadfahrerInnen und FußgängerInnen vergebens.

Mit kleinen punktuellen Investitionen könnten aber bereits erste größere Lücken im städtischen Fuß- und Radwegenetz geschlossen werden. Daher würden déi gréng konkret in einer ersten Phase folgende Rad- und Fußgängerwege anlegen:

  • Zwischen der rue des Champs entlang der Gemeindeateliers bis hin zur Schule Ribeschpont. Die Grundstücke befinden sich im Besitz der Gemeinde, so dass durch diese einfache Maßnahme die Fußballschule sowie die Viertel rund um die rue des Champs und Angeldall sicher mit dem Viertel Ribeschpont verbunden werden können. Dies wäre ein sehr großer Gewinn für Radfahrer, Fußgänger und zahlreiche Kinder und Jugendliche!

  • vom opderschmelz-CNA-Gebäude zum Casinopark bis zur Kapelle Schmelz. Später wäre eine Verlängerung Richtung Volmerange-les-Mines auf dem Neischmelz-Gelände entlang der Route de Volmerange ins Auge zu fassen.

  • Der Bahnsteig der Zughaltestelle Dudelange-Centre könnte verbreitert werden. Dadurch würde der bestehende Fußgänger- und Radweg zwischen Tattenberg/Italien und der rue Karl Marx bis hin zur rue Jean Jaurès verlängert (und somit bis nahe an das Zentrum Am Duerf).

  • Entlang der Eisenbahnlinie zwischen dem Bahnhof Dudelange-Ville und der rue Jean Simon könnte ein Stichweg entlang der Nuddelsfabrik in Richtung rue des Champs angelegt werden. Damit wird das Viertel Budersberg mit den Vierteln Brill und Büringen und den dort befindlichen Radwegen verbunden.

  • Im Bautenreglement soll festlegt werden, dass Mehrfamilienhäuser über Abstellmöglichkeiten für Fahrräder verfügen. Das gilt auch für zeitgemäße Abstellanlagen für Fahrräder an allen Schulen und öffentlichen Einrichtungen sowie an strategischen Orten.

  • Fahrradwege sollen verpflichtend bei neuen Straßenprojekten und schrittweise bei bestehenden Straßen ohne Renovierungsbedarf ausgebaut werden.

  • Nicht zuletzt müssen die bestehenden Radwege instandgehalten und wichtige Einbahnstraßen für den Radverkehr in Gegenrichtung geöffnet werden. Schließlich soll nicht nur der Spaß, sondern auch der Zeitgewinn gegenüber dem Auto das Fahrrad zu einer attraktiven Alternative werden lassen.

 

Für die sanfte Mobilität werben

Die Gemeinde sollte Kampagnen für eine nachhaltige Mobilität durchführen und die Einwohner über das lokale Angebot des öffentlichen Transports informieren, u.a. mit übersichtlichen Fahrplänen und Freikarten für neue Einwohner.

  • Hier sollte man auch auf die Vereine, besonders die Sportvereine, zugehen und sie in Projekte wie ,,mam Velo op d‘Schaff an an d‘Fräizeit“ einbinden. In der Tat könnten ein großer Teil der Bürger, die das Auto benutzen um zum Training oder Vereinshaus zu gelangen, auf den öffentlichen Nahverkehr oder das Fahrrad umsteigen.

  • Man könnte bei den Vereinen eine Art Wettbewerb organisieren, um festzustellen, wer der CO2-ärmste ist und diesen dann mit zusätzlichen Zuschüssen belohnen. Des Weiteren könnte man die bestehenden Projekte ,,Mam Velo an d‘Schoul“, in die Schule (z.B. die 6. Klasse) integrieren und hier auch einmal im Jahr die Kinder belohnen, die am meisten mit dem Fahrrad gefahren sind (Coupe scolaire).

  • Ergänzend zur sanften Mobilität sollte darüber nachgedacht werden, ob die Gemeinde nicht eine Art von Carsharing Konzept etablieren könnte. Viele Autos werden tagelang nicht benutzt. Gerade diese könnte man in das Projekt integrieren und somit die Besitzer auch noch Geld verdienen lassen.

  • Die Gemeinde stellt ihren Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen Bus- und Bahntickets sowie Dienstfahrräder zur Verfügung.

  • Vor allem in neuen Wohnvierteln wird der Straßenraum zur ‚shared-space‘ Zone oder Spielstraße (20 km) erklärt und von Passanten, Radlern, spielenden Kindern und Autos gemeinsam und verantwortlich genutzt.

  • Zusätzlich werden punktuell autofreie Zonen ausgewiesen oder effiziente Maßnahmen zur Verkehrsberuhigung umgesetzt, besonders im Umfeld von Schulen.

  • Eltern und Schulkinder werden sensibilisiert, auf das Auto als Transportmittel zur Schule zu verzichten. Dafür eignen sich Aktionen wie "Ech gi gär zu Fouss an d'Schoul" und der „Pedibus“, ein umfassendes Angebot an Bustransport und sichere Fußgänger- und Fahrradwege mit den geeigneten Möglichkeiten Fahrräder abzustellen.

  • Im Umfeld und besonders vor jeder Schule sollte die Geschwindigkeit auf maximal 30 km/h reduziert werden. Dass dies auch auf Haupt- und Durchgangsstraßen möglich ist, macht uns die Nachbargemeinde Volmerange-les-Mines vor. Zusätzlich zu 30er-Zonen in der Hauptstraße wurde am „No-man‘s-land“ eine „intelligente Ampel“ installiert, die bei Überschreitung der zulässigen Höchstgeschwindigkeit auf Rot schaltet und die Autofahrer ausbremst. Vor allem in der Route de Thionville und der Route de Zoufftgen könnte eine solche Ampel Raser ausbremsen.

  • Wohnstraßen sollen fahrrad- und fußgängergerecht rückgebaut werden. Provisorische verkehrsberuhigende Maßnahmen in Wohnstraßen, die noch nicht kurzfristig zurück gebaut werden, sollen eingeführt werden.

 

Öffentlicher Nahverkehr TICE

  • Die Gemeinde setzt sich weiterhin dafür ein, dass der öffentliche Transport in der Region qualitativ verbessert und ausgebaut wird. Dazu gehören dichte Fahrplantakte, ein hoher Komfort und Fahrpläne von Bus und Bahn, die aufeinander abgestimmt sind sowie mehr überdachte Bushaltestellen.

  • Der öffentliche Nahverkehr zwischen Düdelingen und Bettemburg mit Anbindung an die bestehenden und neuen Aktivitätszonen soll verbessert werden.

  • Auf den TICE und Citybus Linien soll schrittweise auf rein elektrisch betriebene Busse umgestiegen werden.

 

zurück zum Inhaltsverzeichnis

 

4. Diddeleng vu banne wuessen dinn

Diddeleng vu banne wuessen dinn

 

Eis Stadentwécklung iwwerdenken

Die aktuellen Probleme in den Bereichen der Mobilität, des Wohnungsbaus oder der Zersiedlung des Landes müssen in die Überarbeitung des kommunalen PAG (Plan d’aménagement général oder Allgemeiner Bebauungsplan) einfließen. Im Hinblick auf die neue Fassung des PAG, die für 2018 angesagt ist, schlagen déi gréng folgende Leitlinien vor:

  • Der PAG soll die Mischung der Funktionen (Arbeit, Wohnen, Einkauf, Freizeit), geringeren Flächenverbrauch, kurze Wege, Naherholung und Energieverbrauch in höherem Maße berücksichtigen.

  • Nachdem das Logistikzentrum und die intermodale CFL- Plattform an der nördlichen Peripherie Düdelingens ausgebaut wurden, leiden besonders die nördlichen Stadtteile an dem zusätzlichen Verkehrsaufkommen und der damit verbundenen Lärmbelästigung. Die großen Aktivitätszonen längs der Nationalstraße N 31 Richtung Bettemburg müssen deshalb in diesem Zusammenhang überdacht werden und mittelfristig eingefroren werden.

  • Die Grundsätze des Bautenreglements sollten den BürgerInnen vereinfacht und verständlich vermittelt werden.

  • Es sollen nicht mehr Auto-Flächen als nötig vorgesehen und stattdessen Parkplätze außerhalb der Wohnviertel angelegt werden.

  • Es werden Flächen für Gemeinschaftsgärten und Schrebergärten ausgewiesen.

  • Der Allgemeine Bebauungsplan (PAG) wird so erstellt, dass zuerst die Flächen innerhalb des Bauperimeters optimal genutzt werden, bevor weiteres Bauland ausgewiesen wird. Déi gréng wollen den Bauperimeter mit Zurückhaltung und nur bei Bedarf erweitern.

  • Die Zone Helper soll umklassiert werden (in eine zone différée), damit ein weiterer Ausbau der Tankstellen verhindert wird und keine zusätzlichen Supermärkte sich ansiedeln können. So wird zusätzlicher Verkehr und ein Ausbau der N 31 auf vier Spuren vermieden. Die Baumallee bleibt erhalten.

  • Die Gemeinde stellt eine Anfrage an das Wirtschaftsministerium,damit die lokalen Betriebe die leerstehenden Areale der Nationalen Aktivitätszonen nutzen können.

  • Der Schutz von historisch wertvollen Häusern (die auf der mit der Denkmalschutzbehörde erarbeiteten Liste stehen) und von schützenswerten Wohnvierteln oder Reihenhäusern (quartiers à préserver) wird im PAG verankert. Außerdem muss festgelegt werden, wo und in welchem Ausmaß Einfamilienhäuser durch Mehrfamilienhäuser ersetzt werden dürfen oder nicht. Anderenfalls bestimmen Baufirmen die Entwicklung unserer Stadt.

  • Ein Fahrradkonzept für die gesamte Gemeinde wird erstellt und im PAG verankert. Dazu gehören auch ausreichende und gesicherte Stellplätze für Fahrräder. Sichere und schnelle Verbindungen für Fußgänger zwischen den verschiedenen Ortsteilen werden auch ausgewiesen.

 

Wunnen a Schaffen

Auch die Art der Bauprojekte bestimmt das Angebot und die Preise. Während in Wohnvierteln überwiegend Ein- und Mehrfamilienhäuser sowie kleinere Residenzen vorherrschen und auch sinnvoll sind, so sollte beim Projekt Neischmelz und im Bereich der Aktivitätszonen Koibestrachen und Helper eine Mischung von Wohnen und Arbeiten von Beginn an in einem Gesamtkonzept betrachtet werden, wobei die Baumallee entlang der N31 bestehen bleiben muss.

In Erwartung der prioritären Fokussierung auf das Projekt Neischmelz schlagen wir vor, die Zone Helper erst einmal umzuklassieren und der Entwicklung auf Neischmelz Priorität einräumen. Danach sollte dann in einem breiten Konsultationsprozess mit der Bevölkerung, ähnlich wie bei der Zugverbindung, herausgearbeitet werden, welche Form der Entwicklung für das Areal am Eingang Düdelingens die beste sein wird.

Generell sollten auch architektonisch innovative Wege betreten werden. Zusätzlich zu den heute schon gängigen baubiologischen, energetischen und ökologischen Aspekten würden sich für Düdelingen als viertgrößte Stadt mehrere Wege hin zu einem reichhaltigeren differenzierteren und moderneren Stadtbild anbieten.

 

So könnte an besonders geeigneten Stellen deutlich mehr in die Höhe und weniger in die Breite gebaut werden, dies bei gleichem Volumen an Wohn- oder Büroeinheiten. Die Vorteile liegen auf der Hand:

weniger Landverbrauch, weniger Bauaushub (siehe Engpass der Bauschuttdeponien), geringere Bodenversiegelung,

Anpflanzung zahlreicher großwüchsiger Bäume zwischen den verschiedenen Hochbauten (somit wesentlich grünerer Gesamteindruck),

erschwinglichere Wohnungspreise, da auf einer bestimmten Fläche das Angebot größer und differenzierbarer wäre als bei einem Bau in die Breite, bei dem sich der Grundstückpreis wesentlich stärker auf die Wohnungspreise auswirkt. Nicht umsonst werden nach Kirchberg, Belval und Ban de Gasperich auch in Differdingen oder sogar in Erpeldingen an geeigneten Stellen architektonisch interessante Wohntürme errichtet, um der Wohnungsnot bei minimalem Flächenbedarf zu begegnen. Dies sollte ebenso eine Option für Düdelingen als viertgrößte Stadt sein.

 

Zurück auf die Bäume!“: die grüne Vision für Düdelingen: E gréngen Turm fir Diddeleng?

Dabei sollten architektonisch resolut ganz neue Wege beschritten werden und z.B. den revolutionären Visionen der Architekten Stefano Boeri (Architekt des Bosco verticale in Mailand) und Patrick Blanc (berühmt für seine Pflanzenwände) folgend einerseits regelrechte „vertikale Wälder“ (Hochbauten ab etwa 50 m Höhe bei denen Bäume bis 10m Höhe auf speziell errichteten Balkonen übereinander wachsen!) und andererseits bei niedrigeren Bauhöhen oder gar Gewerbebauten mit Pflanzenwänden (murs végétaux) gebaut werden.

 

Die Vorteile einer solchen Bauweise liegen auch hier auf der Hand:

höheres Wohlbefinden durch günstigeres Mikroklima

größere Biomasse möglich als auf einer unbebauten Fläche

größere CO2-Bindung und Sauerstoffproduktion und, vor allem

Bindung von Feinstaub aus dem Straßenverkehr

Eine oder mehrere solcher grüner „Landmarks“ (gréng Tiirm) unterschiedlicher Höhe wären nicht nur ein weithin sichtbares Symbol für zukunftsorientiertes Bauen, sondern auch ein regelrechter Blickfang, der sich sogar im Wechsel der Jahreszeiten durch unterschiedliche Laubfärbung verändert.

Gepaart mit Pflanzenwänden bei niedrigeren Bauten oder Gewerbebauten - zusätzlich zu der heute schon gängigen Dachbegrünung - könnten somit regelrechte botanische Viertel entstehen, die darüber hinaus noch zusätzlichen Lebensraum und Nahrungsquelle für Tiere (z.B. Bienen und Vögel) bieten.

Was sich wie eine Utopie anhört, wurde bereits im Ausland nach dem Motto „Die Natur zurück in die Städte“ mehrfach realisiert. Auch, oder gerade weil dies für Luxemburg Neuland wäre, sollte Düdelingen diese Schritte wagen, zudem es auch hierzulande Institutionen gibt, die hier mit einbezogen werden könnten. Seit der grünen Regierungsbeteiligung wurden gleich mehrere Instrumente geschaffen:

seit 2014 hat Luxemburg einen „Conseil national pour la construction durable“

seit Dezember 2016 ist Luxemburg prospektives Mitglied des „World Green Building Council“

am LIST (Luxembourg Institute of Science and Technology) arbeiten zahlreiche Wissenschaftler am Projekt „Environmental Research and Innovation (ERIN) auch an neuen Wegen der Stadtplanung.

 

Déi gréng Diddeleng schlagen daher vor, diese Partner in Planungen größerer Bauprojekte mit einzubinden um somit nicht nur ökologisch und baubiologisch, sondern auch architektonisch eine Vorreiterfunktion zu übernehmen und das Stadtbild reichhaltiger zu gestalten und nachhaltig zu prägen.

 

Quartier Nei Schmelz

Nachdem der Grüngürtel rund um unsere Stadt in letzter Zeit arg angeknabbert wurde, bietet sich in den nächsten Jahrzehnten die Chance, auf ehemaligem Industriegelände die Stadtentwicklung voranzutreiben, ohne weitere Grünflächen zu versiegeln.

Der nunmehr seit über 6 Jahren vorliegende Entwurf wird den seit jeher von den Grünen angestrebten Rahmenbedingungen weitgehend gerecht:

  • Das Konzept bietet einen ausgewogenen Mix aus Wohnungen, Gewerbeflächen, Grünzonen und Freizeit- und Kulturangeboten.

  • Die signifikantesten Zeugnisse der Eisenhüttenindustrie (einzelne historische Gebäude, die Stahlwerkshalle, die 2007 für die große Ausstellung „Retour de Babel“ genutzt wurde, die Metallstruktur der riesigen Walzwerkhalle) werden der Nachwelt erhalten.

  • Wir schlagen in diesem Zusammenhang den vollständigen Erhalt der Hall Fonducq vor: laut Masterplan soll nur etwa ein Viertel der Halle erhalten bleiben! Die Halle bietet nämlich ein erhebliches kulturelles und wirtschaftliches Potenzial. Der dadurch bedingte Verlust an Wohnfläche könnte durch einen konsequenteren Bau in die Höhe – ähnlich wie in Differdingen oder Erpeldingen – an den ohnehin schon für höhere Bauten vorgesehenen Stellen kompensiert werden.

  • Das neue Viertel wird an die umliegenden Viertel der Stadt und an die Erholungsgebiete angebunden.

  • Eine breite Palette von öffentlichem Transport – Zug, Bus – und sanfter Mobilität – zu Fuß, Fahrrad – stellt eine Alternative zur Alleinherrschaft des PKWs dar.

 

Doch, wie das chaotische Beispiel von Esch-Belval zeigt, bringt die Schwalbe eines schönen Masterplans noch lange keinen Frühling. Es gilt also weiterhin wachsam zu sein, um zu verhindern, dass die hehren Vorsätze aus dem Masterplan nach und nach aufgeweicht werden und der Realpolitik öffentlicher und privater Bauhaie zum Opfer fallen. Als Paradeprojekte sehen déi gréng folgende Vorhaben an:

  • Das Kulturzentrum opderschmelz, das CNA, der Wasserturm und die anliegenden Wasser- und Naturflächen sollen zu einem Publikumsmagnet für lokale und regionale Besucher ausgebaut und in ein „Kulturviertel“ (siehe Kapitel Kultur) eingebunden werden.

  • Beim Bau des Quartiers Neischmelz soll der Düdelinger Bach wieder oberirdisch fließen und soweit wie möglich renaturiert werden.

  • Die Entwicklung einer europäisch relevanten Filmindustrie in und um die Stahlwerkshalle wird Düdelingen ein neues wirtschaftliches Standbein geben. In deren Gefolge sollen sich Handwerker und Dienstleistungsbetriebe, die mit Film und Medien arbeiten, um die Studios herum ansiedeln.

  • Unter dem Dach der Metallstruktur des Walzwerks entsteht ein spannender Mix aus Gewerbeflächen, Freizeitangeboten und Freiräumen für alle Bürger und Bürgerinnen.

  • Ein kreatives Zentrum für schöpferisch beseelte junge Leute und solche, die sich noch so fühlen (siehe weiter unten), ist mit den geeigneten Möglichkeiten so auszustatten, dass die jungen Menschen ihre Bildung und Freizeit weitgehend eigenständig gestalten können.

  • Im Bereich Wohnungsbau und Gewerbeflächen sollen die bestmöglichen Standards in punkto Energieeffizienz und Ressourcenschonung zum Tragen kommen. Vernünftig bemessene Wohnflächen für verschiedene Bevölkerungsgruppen und Familienformen werden nach dem neuesten Stand der grünen Bautechnik konzipiert.

  • Ökologisches Bauen soll finanziell gefördert werden (ökologische Bau- und Isolationsmaterialien). Ebenso Regenwasserspeicherung und -nutzung, siehe Zunahme von Jahren mit Trockenheit/unterdurchschnittlichem Regen. Der Trinkwasserverbrauch in kritischen Phasen ist zu vermeiden. Fassadensysteme, die Luftschadstoffe schlucken, werden bevorzugt. Begrünung führt zur Reduktion von NOx, CO2 und Feinstaub. Die Versieglung von Flächen muss begrenzt werden. Solarthermie wird zusätzlich zum staatlichen Zuschuss finanziell gefördert. Rauchmelder und Brandschutzmaßnahmen werden bei Neubauten zur Pflicht.

  • Auch muss von vorne herein verhindert werden, dass letztendlich doch wieder der Individualverkehr die besseren Karten als die sanfte Mobilität erhält. Eckpfeiler einer solchen Strategie sind die Umwandlung der Eisenbahn in eine Art Regionaltram, die Menschen von und nach Düdelingen effizient befördern kann, eine weitgehende Verkehrsberuhigung des Areals und die Anbindung an das Fuß- und Radwegenetz der Stadt, das ja auch noch stark verbesserungswürdig ist.

  • Als Keil zwischen den Grünzonen Haard und Ginzebierg muss die Brache sich in die attraktive Landschaft einfügen und die Übergänge zwischen Arbeiten, Wohnen und Erholung fließend gestalten. An den Endpunkten des Viertels und entlang der Eisenbahntrasse sollen Grünflächen und Erholungsareale für eine angenehme Wohn- und Arbeitsatmosphäre sorgen.

  • Schließlich sollte nicht vergessen werden, dass die Welt nicht am „No Man’s Land“ Café aufhört. Volmerange soll durch verstärkte Zusammenarbeit in die Südentwicklung von Düdelingen eingebunden werden.

  • Auch hier sollte die sanfte Mobilität (Fuß- und Radwege) die beiden Ortschaften besser miteinander verknüpfen. Ein „Parc des Mines“ (siehe Kapitel Kultur) am südlichen Ende von Neischmelz, der mittelfristig grenzüberschreitend nach Volmerange verlängert werden sollte, schafft nicht nur eine Erinnerungsstätte an das gemeinsame industriehistorische Erbe des Bergbaus und der Minett, sondern auch ein Begegnungsort für die Einwohner beider Ortschaften. Um das Projekt voranzutreiben, könnte Volmerange dem Parc Bergbau-Exponate zur Verfügung stellen und Düdelingen sich im Gegenzug an der Realisierung eines Fuß- und Radweges beteiligen. Auch sollte untersucht werden, das Fahrrad-Leihsystem bis nach Volmerange auszudehnen.

 

Rationell mat de Finanze wirtschaften

Oft wird der Opposition vorgeworfen, unmäßig viele Vorschläge in den Raum zu werfen ohne die finanziellen Konsequenzen zu berücksichtigen. Déi gréng sind stets vorsichtig bei der Formulierung von überhöhten Forderungen vorgegangen und haben die Finanzierbarkeit der Vorschläge nicht aus den Augen verloren. Hier einige Prinzipien grüner Finanzpolitik auf Gemeindeebene:

  • Die Gemeinde muss konsequent nach den Prinzipien der Nachhaltigkeit wirtschaften.

  • Die finanziellen Mittel, die zur Verfügung stehen, sollen eingesetzt werden, um die Lebensqualität der Bevölkerung zu verbessern und um die Herausforderungen der Zukunft anzupacken.

  • Die Gemeinde setzt auf das Know-how ihrer Angestellten und sorgt konsequent für ihre Weiterbildung und ihren rationellen Einsatz.

  • Die Gemeinde muss versuchen, ihre laufenden Ausgaben zu reduzieren indem sie einen effizienten Umgang mit Wasser und Energie veranlasst.

  • Bei der Entscheidung für neue Projekte oder Renovierungen müssen Neben- und Folgekosten berücksichtigt werden.

  • Die Finanzlage unserer Gemeinde ist derzeit gesund, die Pro-Kopf-Verschuldung gering. Die großen Investitionen wie Kulturzentrum und neue Sporthalle wurden vom Staat mitfinanziert. Der Staat kommt auch für die Unterhaltskosten des CNA auf.

  • Durch die nationale Finanzreform werden die finanziellen Möglichkeiten der Gemeinde verbessert. Prinzipiell ist Vorsicht bei der Nutzung der gemeindeeigenen Ressourcen geboten.

  • Abgesehen von den staatlichen Zuwendungen finanzieren die Gemeinden ihre Dienstleistungen für die Bevölkerung über Abgaben. Diese sollen möglichst kostendeckend sein.

  • Die Hebesätze für die Grundsteuer sollten insgesamt überdacht werden, hängen aber von staatlichen Überarbeitungen des Gesamtsystems der Grundsteuer ab.

 

zurück zum Inhaltsverzeichnis


5. Besser Aarbecht duerch méi Innovatioun

Innovatioun an Aarbecht méiglech maachen

Wie kaum eine andere Stadt steht Düdelingen für den Wandel einer industriell geprägten Stadt hin zu einer modernen Dienstleistungsgesellschaft. Früher konnten viele auf einen gesicherten Arbeitsplatz auf der Hütte hoffen. Heute gibt es in einer viel komplexeren Arbeitswelt weniger Sicherheiten. Für die Glücklichen bedeutet das Freiheit und unbegrenzte Möglichkeiten. Wenig qualifizierte Arbeitnehmer erwarten dagegen eine schwierige Integration in den Arbeitsmarkt und schlechte Lohnbedingungen. Auch werden sie voll die Konsequenzen eines deregulierten Kapitalismus zu spüren bekommen. Sicher, wir werden in Düdelingen die Weltwirtschaftsordnung nicht ändern. Auf Bildung, Arbeit und Wirtschaft Einfluss nehmen, können wir trotzdem. Um nur ein Beispiel zu nennen: die abfallende Hitze der Kläranlagen zu nutzen, um Gewächshäuser zu betreiben zwecks Produktion regionaler und biologischer Produkte u.a. für die Schulkantinen. Dies in Zusammenarbeit mit Betrieben der Sozialwirtschaft.

 

Industriezonen für die lokale Wirtschaft nutzen

Die Zeit der Ansiedlung großer Industriebetriebe ist vorbei. Ende der 1970er bis Anfang der 1980er Jahre siedelten sich einige große Unternehmen in den nationalen Industriezonen (Riedgen, Wolser) an. Die restlichen Flächen innerhalb dieser Zonen liegen seit mehr als 35 Jahren brach. Doch in diesen Zonen, für die das Wirtschaftsministerium zuständig ist, können keine lokalen Unternehmen untergebracht werden oder neue Klein- und Mittelbetriebe oder Büroflächen angesiedelt werden.

Bedingt durch die Tatsache, dass Düdelingen ausschließlich nationale Industriezonen beherbergt (auch die zukünftige Zone Koibestrachen, in der das Staatslaboratorium angesiedelt ist, wird wieder eine nationale Zone), ist Düdelingen im Vergleich zu anderen Südgemeinden erheblich benachteiligt: es fehlt der Gemeinde ganz einfach an geeigneten Flächen zur Errichtung einer kommunalen Zone für kleine und mittlere Unternehmen. Andererseits hat auch die Gemeinde es in den letzten 30 Jahren versäumt, geeignetes Gelände für eine kommunale Gewerbezone zu erwerben.

In Anbetracht dieser für Düdelingen nachteiligen Situation soll der nächste Schöffenrat beim Wirtschaftsminister einwirken, damit zumindest ein Teil einer nationalen Industriezone in eine kommunale Zone umklassiert werden kann und sich somit alteingesessene Unternehmen dort weiterentwickeln und neue Klein- und Mittelbetriebe ansiedeln können. Es sei in diesem Zusammenhang auch darauf hingewiesen, dass in vielen kleinen und mittleren Unternehmen in der Summe mehr Arbeitsplätze entstehen oder erhalten werden als durch die Ansiedlung eines großen Unternehmens.

Déi gréng wollen darüber hinaus die wirtschaftliche Entwicklung Düdelingens fördern, indem auf eigene Stärken gesetzt wird.

Deshalb braucht es ein Gesamtkonzept für die unterschiedlichen Gewerbegebiete: Spezialisierung der Gewerbegebiete, ein Mix aus Arbeiten und Wohnen und ein Mix aus unqualifizierten und qualifizierten Arbeitsstellen.

 

Neischmelz

  • Absolute Priorität gilt hier der Ansiedlung von „Start-Up-Betrieben“ sowie Betrieben, die im Umfeld der Filmindustrie arbeiten. Es gilt unbedingt zu vermeiden, dass sich hier Betriebe oder Handwerker ansiedeln, welche morgens mit einem Fuhrpark von Lastwagen oder Lieferwagen durch Düdelingen hinaus ins Land fahren und abends wieder zurückkehren. Hier müssen Betriebe angesiedelt werden, die vor Ort arbeiten, was sich auch positiv auf die örtliche Gastronomie und Geschäftswelt auswirken wird.

  • Eine hohe Lebensqualität, unser kulturelles Angebot und die Nähe zur Universität müssen wir nutzen, um kreative Betriebsgründer anzusiedeln, auch im Bereich grüner Technologie und Entwicklung. Dazu braucht es Platz. Wir wollen der Ansiedlung von Start-Up-Betrieben im Viertel Nei Schmelz oberste Priorität geben. Nach dem Beispiel vom Hub 1535 in Differdingen, aber mit den Düdelinger Eigenarten im Rahmen des angestrebten Kulturviertels.

  • Ganz allgemein werden wir dafür sorgen, dass schneller und unbürokratischer gehandelt wird. Nachhaltig, nicht träge!

  • Es sollen sich Betriebe niederlassen, die sich verpflichten, nach den Prinzipien der Circular Economy zu wirtschaften.

 

Zone Riedchen

In der nationalen Industriezone Riedchen liegt seit rund 35 Jahren die Hälfte brach. Weshalb nicht zumindest einen Teil davon in eine Zone für Klein- und Mittelbetriebe umklassieren, damit sich alteingesessene Düdelinger Betriebe dort erweitern und neue angesiedelt werden können. Zudem bieten viele kleine Unternehmen sicherere Arbeitsplätze als ein großes. Das Wirtschaftsministerium sträubt sich gegen eine solche Umklassierung, da es immer noch an einen künftigen Großbetrieb glaubt. Doch diese Zeiten sind vorbei.

Déi gréng meinen, der nächste Schöffenrat solle energisch auf das Wirtschaftsministerium einwirken um eine zumindest teilweise Umklassierung zu bewirken. Es gibt Präzedenzfälle: so konnte die Nachbargemeinde Bettemburg in den nationalen Industriezonen Wolser und Scheleck kommunale Gewerbegebiete schaffen. Was für Bettemburg möglich war, sollte auch für Düdelingen möglich werden.

 

Zone Koibestrachen

Auf diese Zone wurde bereits hingewiesen. Koibestrachen (Staatslaboratorium) war bzw. ist für Umwelttechnologien und den Gesundheitsbereich vorgesehen. Hier wurden aber schon viele Chancen verschlafen, da sich potentiell interessante Betriebe und Forschungseinrichtungen allesamt in Belval sowie eine Schule für Gesundheitsberufe in Bascharage angesiedelt haben.

Helper ist für kleinere und mittlere Betriebe vorgesehen. Wir sind der Meinung, dass Riedchen sich dafür besser eignen würde. Helper soll zu einer Zone différée zurückgeführt werden, in Erwartung der Bemühungen, Betriebe in Neischmelz oder in einen Teil der nationalen Industriezone anzusiedeln.

Grundsätzlich und eindringlich fordern wir, dass zuerst bestehende und danach die schon fest in Planung befindlichen Gewerbegebiete gefüllt werden, bevor überhaupt an die Schaffung noch neuer und zusätzlicher Gewerbeflächen gedacht wird. Dies auch vor dem Hintergrund der Frage nach der Wachstumsfalle.

 

zurück zum Inhaltsverzeichnis

 

6. Eng Gemeng fir jiddereen

Liewen zu Diddeleng

 

Design for All – Eng Gemeng fir jiddereen

 

Design for All hat zum Ziel, allen Menschen eine selbstbestimmte Teilhabe am gesellschaftlichen Leben zu ermöglichen. Damit das Konzept des Design for All gelingt, muss es zusammen mit der Öffentlichkeit und vor allem mit den Menschen mit Behinderungen ausgearbeitet werden. Es geht darum Produkte, Infrastrukturen und Dienstleistungen von vorne herein so zu gestalten, dass sie von jedem nutzbar sind, unabhängig von Alter, Fähigkeiten und Lebensstilen und ohne dass eine individuelle Anpassung nötig ist. Dies gilt vor allem auch für den weiteren Ausbau des Shared Space, da z.B. die aktuellen Leitlinien für sehbehinderte Menschen eng an den Fassaden entlanglaufen, was für diese ungünstig ist. Außerdem befinden sich z.B. Schilder, Ständer, Tische vor Geschäftslokalen, die Stolpersteine darstellen.

 

Unsere Maßnahmen:

  • Ein Aktionsplan wird erarbeitet, der die wichtigsten Maßnahmen des Design for All-Konzepts definiert.
  • In der Verwaltung wird eine verantwortliche Person für die Koordinierung und Ausführung des Aktionsplans bestimmt.
  • Wichtig ist barrierefreies Bauen im öffentlichen Raum. Das bedeutet z.B. eine Rampe und eine angemessene Breite der Eingangstüren für Rollstühle beim Zugang zu öffentlichen Gebäuden (öffentliche Toilette gehört auch dazu) und eine Anpassung bzw. Abflachung der Bürgersteige. Auch beim Wohnungsbau muss diesen Bedürfnissen Rechnung getragen werden.
  • Notwendig für sehbehinderte Menschen sind auch Ampeln mit Lautsignalen für die Überquerung der Straße (notwendig z.B. für die Ampel vor der Gemeinde) und in Post und Banken Automaten, die nicht nur eine Nummer ausgeben, sondern auch über eine Sprachausgabe verfügen.
  • Die Internetseite der Stadt Düdelingen wird sowohl zweisprachig (DE/FR) als auch barrierefrei gestaltet und trägt den Bedürfnissen von Personen Rechnung, die Texte in leicht verständlicher Sprache benötigen.
  • Die Erstellung eines Aktionsplans erfolgt also in Zusammenarbeit mit den verschiedenen kommunalen Dienststellen, aber vor allem auch mit Behindertenorganisationen, Info-Handicap und vor allem Betroffenen, damit nicht an ihren Bedürfnissen vorbeigeplant wird. Auch Senioren sollten hinzugezogen werden, denn Design for All kommt auch ihnen zugute genauso wie Eltern mit Kinderwagen.
  • Die Gemeinde informiert über ihr Engagement und sensibilisiert somit auch die allgemeine Öffentlichkeit. Dies ist wichtig damit die BürgerInnen verstehen wozu z.B. die Leitlinien für Menschen mit Sehbehinderungen dienen und welche Regeln man einhalten muss um deren optimale Nutzung zu gewährleisten.
  • Entsprechend den gesetzlichen Vorgaben schafft die Gemeinde innerhalb der Verwaltung und des technischen Dienstes Arbeitsplätze für Menschen mit einer Behinderung.

 

Chancëgläichheet tëschent Fraen a Männer

Die Gemeinde passt ihre Strategie zur Förderung der Gleichstellung von Frauen und Männern regelmäßig an und setzt sich gegen Benachteiligungen aufgrund des Geschlechts ein. Hierzu zählt auch die Förderung der gesellschaftlichen Akzeptanz von homosexuellen Menschen und Transgender Personen, d.h. Menschen, die sich nicht mit dem Geschlecht „Mann“ oder „Frau“ identifizieren.

Unsere Schwerpunkte:

  • Die Gemeinde setzt, entsprechend der EU-Charta, einen Aktionsplan durch, der die Gleichstellung von Frauen und Männern innerhalb der Gemeindeverwaltung und der Gemeinde insgesamt fördert.
  • Bei allen kommunalen Projekten und Angeboten werden die unterschiedlichen Lebenssituationen und Interessen von Frauen und Männern berücksichtigt. Dies gilt z.B. bei Sport-, Kultur- und Freizeitangeboten.
  • Die Gemeinde bemüht sich die traditionellen Geschlechterrollen aufzubrechen und setzt Maßnahmen durch, welche die Vereinbarkeit von Beruf und Familie erleichtern. So ermutigt sie z.B. Väter Familienurlaub zu nehmen.
  • Weiterbildungen für eine Erziehung zur Chancengleichheit sensibilisieren das Personal von Maisons relais, Schulen und Jugendhaus. Diese beinhalten auch die Akzeptanz von geschlechtlichen Minderheiten (Schwule, Lesben, Bisexuelle, Trans* und intergeschlechtliche Menschen).
  • Um die Geschlechterstereotypen zu bekämpfen gibt es in den maisons relais handwerkliches und hauswirtschaftliches Spielzeug für Mädchen und Jungen. Entsprechende Aktivitäten werden angeboten.
  • Aufklärung über häusliche Gewalt und deren Prävention ist auch Gemeindesache. Dazu gehört auch die Unterstützung der Frauenhäuser.
  • Die Gemeinde bemüht sich darum, dass in allen beratenden Kommissionen Frauen und Männer gleichermaßen vertreten sind. Sie unterstützt Frauen, ihre Kandidatur bei Gemeindewahlen zu stellen. Nur durch eine ausgewogene Beteiligung beider Geschlechter kann die Gemeindepolitik den Bedürfnissen von Frauen und Männern Rechnung tragen.
  • Straßen, Gebäude und Infrastrukturen werden auch nach Frauen benannt.

 

Diddeleng: Eng oppe Stad, och fir Flüchtlinge

Die Düdelinger sind allgemein als offene, warmherzige, hilfsbereite Menschen bekannt. Seit Jahren schon läuft das Projekt Diddeleng hëlleft. Und in der angespannten Situation, als viele Flüchtlinge nach Luxemburg kamen, standen die Düdelinger der Ansiedlung einer Unterbringungsstruktur für Flüchtlinge viel positiver gegenüber als dies in anderen Gemeinden der Fall war. Zur besseren Integration gibt es noch weitere z.T. recht einfach zu realisierende Möglichkeiten, neben der Einschulung oder dem Mitwirken in Sportvereinen:

  • Das Projekt des interkulturellen Gartens soll weitergeführt und verbessert werden 
  • Flüchtlingen sollte auch die Möglichkeit angeboten werden – z.B. in einem leer stehenden Geschäft, ihre Kultur und Kunstwerke vor- und auszustellen.
  • In die Fête des Cultures sollten sie als Teilnehmer und als Publikum mit eingebunden werden.

Déi bescht Chancë fir all Kanner

Ein hochwertiges Angebot an Kinderbetreuungseinrichtungen ist der Schlüssel für mehr Chancengleichheit für alle Kinder. Wir wissen, dass es wichtig ist, die Kinder so früh wie möglich zu fördern, weil bestimmte Defizite später nicht mehr ausgeglichen werden können. Die Gemeinde muss deshalb die Bedingungen schaffen um Kinder und Eltern optimal zu unterstützen.

  • Das seinerzeit von déi gréng vorgeschlagene Projekt „Baby plus“ wird weitergeführt und ausgebaut. Hier wird allen Eltern, bei der Geburt ihres Kindes, Beratung und Unterstützung durch geschulte Hebammen oder Säuglingspflegerinnen angeboten. Darüber hinaus unterstützt und koordiniert die Gemeinde Initiativen, die auch nach dem ersten Lebensjahr des Kindes Eltern bei Erziehungsfragen begleiten und beraten.

  • Das Angebot an öffentlichen Kinderbetreuungsstrukturen ist vielfältig und flexibel und steht ganztägig für Kinder aller Altersstufen offen. Auch die Kinder aus dem précoce haben Zugang zu den Schulkantinen.

  • Déi gréng setzen sich für eine Bëschcrèche ein, da hier mit wenig Infrastruktur eine hochwertige Kinderbetreuung möglich ist. Motorik und Sinne werden optimal stimuliert und es entsteht eine emotionale Bindung zur Natur.

  • Im Zusammenhang mit der Schaffung eines Naturerlebniszentrums auf dem ehemaligen Affilux-Gelände durch die Naturverwaltung soll eine Naturschule entstehen, wo verschiedene éveil aux sciences-Aktivitäten anschaulich und in einem naturnahen Umfeld stattfinden können. Die Natur kann in der Schule „erlebt“ werden und ein Bezug zur Natur ist eine gute Voraussetzung für ein späteres Umweltbewusstsein.

  • Düdelingen ist Mitglied des Naturschutzsyndikats Sicona. Die Gemeinde beteiligt sich am Sicona-Projekt „natur genéissen – mir iesse regional, bio a fair“. Sie kauft nachhaltig, möglichst biologisch produzierte Lebensmittel für die Schulkantinen ein. Küchenpersonal und Erzieherinnen der maisons relais nehmen an den angebotenen Fortbildungen zu gesunder Ernährung teil.

  • Pausenhöfe und Spielplätze werden abwechslungsreich und naturnah geplant oder umgestaltet, damit sie den Kindern optimale Entfaltungsmöglichkeiten bieten.

  • In der direkten Umgebung der Schulen und Betreuungseinrichtungen werden Maßnahmen zur Verkehrsberuhigung (autofreie oder Tempo 30 Zonen) getroffen.

  • Die Gemeinde sorgt für einen sicheren Schulweg und unterstützt alle Initiativen – wie z.B. die Pedibus-Initiative der Eltern der Schule Deich – die es den Kindern ermöglichen zu Fuß zur Schule zu gehen.

  • Die Gemeinde unterstützt das Lehrpersonal bei der Umsetzung der „Plans de développement scolaire“, da diese die Möglichkeit bieten, den spezifischen Bedürfnissen der einzelnen Schulen Rechnung zu tragen und die Kinder gezielt zu fördern.

  • Sie schafft die Voraussetzung um Kindern mit spezifischen Bedürfnissen einen gleichberechtigten Zugang zu allen Einrichtungen zu gewähren.

  • Bildung im digitalen Zeitalter muss Kinder und Jugendliche auf die großen Herausforderungen unserer Zeit vorbereiten (z.B. Klimawandel). Schulen müssen sie mit den nötigen Kompetenzen (Wissen, Können und Einstellung) ausstatten, um selbstwirksam und selbstbestimmt Teil einer kreativen und solidarischen Gesellschaft zu werden. Das bedeutet, dass die Schulen über die nötigen Infrastrukturen und Mittel verfügen müssen um mit der Welt vernetzt zu sein.

 

zurück zum Inhaltsverzeichnis

 

7. En Haus fir d'Kréativitéit

Eng Gemeng mat Engagement fir d’Jugend

Eine Gemeinde muss Freizeitaktivitäten anbieten, die es den Jugendlichen ermöglichen sich auf den verschiedensten Ebenen weiter zu entwickeln. Sie sollen sich aktiv bei der Gestaltung ihrer Freizeit, ihrer Umwelt, ihrer Gemeinde und ihrer Kultur engagieren. Die regionale Musikschule, die Sportvereine, das Jugendhaus und die sonstigen außerschulischen Aktivitäten sind sicherlich gute Angebote. Nach wie vor finden sich jedoch viele Jugendliche in diesen institutionalisierten Strukturen nicht zurecht und suchen nach freien Alternativen.

Alle Angebote müssen sich auch an Jugendliche mit Behinderungen richten und ihren spezifischen Bedürfnissen Rechnung tragen.

 

Haus der Kreativität

Déi gréng wollen die Jugendlichen bei der Suche nach möglichen Alternativen zum aktuellen Freizeitangebot unterstützen und schlagen, wie schon seit einigen Jahren gefordert, ein Haus der Kreativität im Viertel Nei Schmelz vor.

  • Voraussetzung ist, dass sich die Jugend aktiv an der Gestaltung des Hauses und der Räumlichkeiten beteiligt.

  • Lokale Handwerkerbetriebe, pensionierte Handwerker und Jugendliche werden zusammen die Umbauarbeiten tätigen. Dieses Zusammenbringen der Generationen gibt den Jugendlichen praktische und konkrete Einblicke ins Handwerk. Der hohe Anteil an jugendlichen Schulabgängern bei der nichtaktiven Bevölkerung in Luxemburg lässt seit einigen Jahren aufhorchen. Solche generationen- und branchenübergreifende Projekte wären eine willkommene Alternative zur staatlich organisierten beruflichen Orientierung.

  • Das Haus der Kreativität soll möglichst autonom von den Jugendlichen betrieben werden. Die Jugendlichen werden in alle Entscheidungsprozesse mit eingebunden. Zwar stehen ihnen Berater (z.B. ein Erlebnispädagoge) zur Seite, diese sollen aber keineswegs eine reine „Erzieher“-Funktion erfüllen. Die Jugendlichen sollen sich frei entfalten und Verantwortung übernehmen können. Ihnen soll die Möglichkeit gegeben werden, eigene Erfahrungen zu sammeln und sich zu verwirklichen.

  • An das Haus der Kreativität könnte auch ein „Haus der Technik und Wissenschaften“ angegliedert werden. Kinder und Jugendliche können so sehr früh an Naturwissenschaften und Technik herangeführt werden. Dies nicht nur durch schulische, sondern vor allem außerschulische Angebote nach dem Motto „Jung lernt von Alt“: Senioren werden zugezogen, um Wissen generationenübergreifend weiterzugeben. Damit würde eine Lücke zu mangelndem technischen/handwerklichen (Grund-) Schulangebot geschlossen werden! Nachmittags- und Ferienaktivitäten und Kurse gehören ebenso dazu wie Programme, die Mädchen darin bestärken, sich für Technik zu interessieren.

  • Das Freizeit- und Kulturangebot soll breit gefächert sein. So sollen Proberäume und eine Bühne für Bands und Solokünstler aller Sparten (von Hip-Hop bis Heavy Metal) zur Verfügung stehen. Ateliers für Künstler (von der Bildhauerin bis zum Graffitikünstler), Auftritts- und Probemöglichkeiten für kleine Theaterensembles oder Impro-Theatergruppen, Vorträge, Spielecafé, Seminare, Workshops oder auch nur ein gemütliches Beisammensein sollen fester Bestandteil dieses Hauses sein.

  • Wie der Masterplan von Neischmelz zeigt, kann es durch die räumliche Nähe zu anderen Instanzen zu positiven Synergien kommen. Das Haus der Kreativität soll ein Knotenpunkt für den generationsübergreifenden Austausch sein: auch Menschen über das Jugendalter hinaus sollten sich an kreativen Projekten beteiligen können.

  • Bis das neue Viertel fertiggestellt sein wird, wird sicherlich ein Jahrzehnt vergehen. In der Übergangszeit ist es äußerst wichtig, dass zumindest der nördliche Teil des Geländes zwischen Wasserturm und Stahlwerkhalle genutzt wird um eine Verbindung zum Zentrum herzustellen. Hier bietet sich am Beispiel des Atelier D an, dass Künstlerkollektive und andere Gruppen den noch nicht im Bau befindlichen Teil des Areals in Beschlag nehmen und durch originelle Projekte Ideen für die spätere Nutzung liefern.

 

Eine offensive Jugendpolitik

Das Haus der Kreativität soll aber nur eines der Elemente sein. Daneben sind weitere Initiativen wichtig:

  • In den weniger zentral gelegenen und in den neuen Wohnvierteln muss das Sportangebot ausgebaut werden. Bolzplätze, die so eingerichtet werden, dass verschiedene Ballsportarten ausgeübt werden können, benötigen in der Regel nicht viel Platz und sind kostengünstig. Außerdem muss der aktuellen Skaterszene eine Indoor-Alternative zum Ausüben ihres Sportes angeboten werden. Auf den Industriebrachen wäre hierfür ausreichend Platz.

  • Neben Freizeitaktivitäten muss eine Gemeinde den Jugendlichen auch berufliche Perspektiven bieten. Start-Up Unternehmen im Umfeld des Hauses der Kreativität müssen effizient unterstützt werden. Jeder Anfang ist bekanntlich schwer, umso wichtiger ist es, dass eine Gemeinde neue Projekte fördert. Billige Büro- und Werkflächen sollen den Einstieg in die Selbständigkeit vereinfachen.

  • Man könnte auch darüber nachdenken hier ein Tonstudio/Proberaum einzubauen und somit Musikern zu ermöglichen relativ günstig ihre Musik zu digitalisieren. Als Gegenleistung könnte man sie dann verpflichten einmal öffentlich aufzutreten und so auch abends ihr Publikum ins Kulturhaus locken. Das würde auch zu der Medienlandschaft passen, die im neuen Quartier etabliert soll werden.

  • Es geht auch um selbstverwaltete, offene Kreativ- und Sozialräume im Viertel Neischmelz, die Jung und Alt jenseits von Konsum und Gewinndruck zusammenbringen. Es sollte keine einzelne Struktur sein, sondern eine Plattform, in der sich verschiedene Projekte, Gruppen, Vereine und Unternehmen Räume und Mittel teilen und sich gegenseitig unterstützen können. Ein Repair-Café wäre eine erste Initiative dieser Art.

  • Und natürlich sollen Gemeinschaftsgärten nicht vergessen werden, um das (Wieder-)Erlernen von Selbstversorgungsmöglichkeiten anzubieten.

 

Sport: gesond a sozial

Der Sport hart eine gesundheitsfördernde und soziale Bedeutung. Deshalb müssen die Sportinfrastrukturen ständig angepasst und verbessert werden. Das Sportangebot sollte den verschiedenartigen Bedürfnissen der Bevölkerung angepasst sein und sich nicht nur an Vereinen orientieren. Nachdem in den vergangenen Jahren hohe Summen in Sporthallen, Fußballschule und Schwimmbäder investiert wurden, wäre es nun an der Zeit, auch an andere Sporttreibende zu denken.

Konkret schlagen déi gréng folgende Maßnahmen in Zusammenarbeit mit den Vereinen vor:

  • Die Gemeinde soll ein möglichst vielfältiges Angebot an Freizeitsport außerhalb des Drucks nach Wettbewerb fördern. Es soll auf unterschiedliche Altersgruppen zugeschnitten sein.
  • Die Vereine werden bei der Inklusion behinderter Menschen unterstützt.
  • In Zusammenarbeit mit den Betreuungsstrukturen und Vereinen werden in unterschiedlichen Sportarten Schnupperkurse für Schulkinder während der Ferien angeboten, um ihr Interesse am Sport zu wecken.
  • Im Rahmen der Neischmelz-Planungsphase soll an eine mobile Teilüberdachung des neuen Skaterpark gedacht werden.
  • Eine funktionelle Leichtathletik-Halle soll auf dem Gelände des Kennedy-Stadions entstehen. Die soll dazu dienen, die Trainingsmöglichkeiten für Sprint-, Sprung- und Wurfdisziplinen im Winter zu verbessern. Auch wird dadurch Kindern der Zugang zu den verschiedenen Leichtathletikdisziplinen auch im Winter erlaubt, ein zusätzliches Angebot für die Schulen angeboten und indoor Wettkämpfe ermöglicht.
  • Mittelfristig wird sich auch eine Modernisierung oder ein Neubau des Fußballstadions aufdrängen. Vorstudien sollten in der kommenden Legislaturperiode angegangen werden.

 

Den Drëtten Alter net vergiessen

Schon heute leben in Düdelingen mehr Menschen über 60 als Kinder und Jugendliche unter 15 Jahre. Allein deshalb sollten ihre Bedürfnisse ernst genommen werden ohne sie allerdings an den Rand der aktiven Gesellschaft zu drängen. Ein Miteinander von Menschen aller Alterskategorien ist erstrebenswert und bereichernd für Alle.

  • So könnten bei neuen Wohnungen Nachbarschaftshilfen zwischen jungen und alten Leuten entstehen. Denkbar sind auch gemeinsame Projekte und Mehrgenerationenhäuser, wie es sie in Deutschland bereits gibt.

  • Das Angebot an Freizeitbeschäftigung für ältere Leute wie der Club Senior ist vielfältig und interessant, kann aber nicht alle Alterskategorien über 60 in gleichem Maße ansprechen, da die Bedürfnisse sehr unterschiedlich sind. Besonders die körperliche Mobilität beeinflusst die Möglichkeiten der SeniorInnen. Pflegedienste allein schaffen es auch nicht sehr alten, einsamen Menschen ihre Isolation zu erleichtern.

  • Deshalb schlagen wir eine Koordinationsstelle für SeniorInnen vor, die sowohl informieren, beraten als auch an entsprechende Vereine weitervermitteln kann. Für diese Hilfe bei der Suche nach der passenden Wohnung, Betreuung, Pflege und Freizeitgestaltung kommen nur Personen in Frage, die das luxemburgische Dienstleistungssystem überblicken und freundlich mit älteren Menschen umgehen.

  • Andererseits müssten Vereine n Zusammenarbeit mit engagierten SeniorInnen Initiativen entwickeln um weniger mobilen Leuten den Besuch in Theater, Kinos, Museen, Konzerten usw. zu erleichtern.

  • Automatisch wäre diese Koordinationsstelle eine Begegnungsstätte und könnte genutzt werden als Ausgangspunkt für vielfältige Aktivitäten, gemeinsame Essen und Ausflüge. Idealerweise müssten Räume zur Verfügung stehen um Kurse speziell für ältere Leute zu organisieren: Sprachkurse, Kochkurse auch in Eigenregie…

  • Allerdings müsste die Koordinationsstelle auch gezielt auf ältere, pflegebedürftige Menschen zugehen um ihnen Angebote zu unterbreiten um ihre Isolation zu durchbrechen.

  • In Düdelingen fehlen Wohnstrukturen für ältere Leute, die eine eigenständigere Lebensgestaltung als klassische Altersheime ermöglichen. Wir brauchen betreute Wohnungen in einer altengerechten Bauweise, die „soviel Selbständigkeit wie möglich, soviel Hilfe wie nötig“ gewährleisten. Nachdem Privatinitiativen in diese Richtung fehlgeschlagen sind, sind Anstöße durch unsere Gemeinde notwendig. Betreutes Wohnen beinhaltet Hilfen unterschiedlicher Art durch Hausmeister, Pflegedienste, Mittagessen, alles in flexibler Form.

  • Zurzeit gibt es in Düdelingen keine Ferienzimmer mehr, die es ermöglichen für kurze Zeit ältere Menschen aufzunehmen und somit ihre Angehörigen zu entlasten. Wir befürworten die Wiedereinführung dieser Zimmer.

  • Zusätzliche Ruhebänke in und zwischen den Vierteln sollen aufgestellt werden, um dem Dritten Alter die Teilnahme an der sanften Mobilität zu erleichtern und gleichzeitig weitere Begegnungszonen einzurichten.

 

zurück zum Inhaltsverzeichnis

 

8. E Kulturvéierel am Häerz vun Diddeleng

Diddeleng, Stad vun de Kulturen

Düdelingen bezeichnet sich als „Ville des Cultures“ und investiert rund 10% seines Budgets in die Kultur. Es gibt in der Tat ein reichhaltiges Angebot, vom Kulturzentrum opderschmelz, dem CNA, den Festivals Like a Jazz Machine und Zeltik, der Fête de la Musique, dem internationalen Orgelfestival, dem Butschebuerger Buergfest, der Fête des Cultures, bis hin zu den Foto- und Kunstgalerien. Sie alle locken ein zahlreiches oder spezifisches Publikum nach Düdelingen.

Sie sollen weiterhin gefördert werden, denn sie garantieren nicht nur die kulturelle Vielfalt, sondern leisten alle ihren Beitrag zur Stärkung der lokalen Gastronomie und Geschäftswelt.

Es reicht aber nicht, sich auf diesen Lorbeeren auszuruhen. Es fehlt einerseits an einer besseren, gemeinsamen und übersichtlichen Vermarktung des kulturellen Angebotes. Wünschenswert wäre z.B. die Herausgabe einer monatlichen Agenda mit einer chronologischen Auflistung aller Aktivitäten (Konzerte, Ausstellungen, Konferenzen, Informationsveranstaltungen, geführte Wanderungen usw.) Eine solche Agenda entbindet die einzelnen Veranstalter keineswegs von ihrer eigenen Öffentlichkeitsarbeit, würde aber ein besseres Gesamtbild der monatlichen Aktivitäten vermitteln. Andererseits könnten einzelne Aktivitäten erweitert und neue Initiativen gestartet werden.

Um die Jugend für die Kultur zu mobilisieren, bietet sich die Einführung eines Kulturpasses an. Jeder Jugendliche bekommt jährlich einen Kulturpass mit x Euros Guthaben für kulturelle Veranstaltungen und Kino in Düdelingen.

 

Kulturviertel und Strukturwandel-Campus

Gerade jetzt, und nicht nur zur Vorbereitung auf die eventuelle Kulturhauptstadt 2022, soll Düdelingen seinen Standort als wichtige Kulturstätte Luxemburgs ausbauen.

Durch das Projekt Nei Schmelz wird Düdelingen in den nächsten Jahren einen großen Wandel erfahren. Déi gréng fragen sich deshalb, ob der gegenwärtige Zeitpunkt nicht genutzt werden sollte, um an eine Umstrukturierung der zahlreichen Museen zu denken. Die in Düdelingen angesiedelten Museen sind quer durch die Stadt verstreut und manchmal schwer als Museum zu erkennen. Außerdem wirken sie nicht immer besonders einladend. Im Raum Nei Schmelz wäre eine Art Kulturviertel durchaus denkbar. Neben dem schon erwähnten Haus der Kreativität, sollten hier in räumlicher Nähe die verschiedenen Museen angesiedelt werden, um so in „neuem“ Gewand zu erstrahlen.

Vielleicht bietet sich das Umfeld des Wasserturms an, um Museen und Galerien zu einer Kulturinsel zu bündeln. Da gibt es schon die bestehenden Stätten - CNA mit dem Wasserturm und dem Pomhaus, dem Kulturzentrum opderschmelz mit der Musikschule, dem Centre de Documentation sur les Migrations Humaines. Im Hinblick auf das zu schaffende Haus der Kreativität in den Industriebauten entsteht eine Art Kulturviertel in dem genug Platz ist, alle bestehenden Kunstgalerien unterzubringen, in bestehenden und zu renovierenden Gebäuden.

Durch die räumliche Nähe entstehen vielversprechende Synergien und ein Ort der Begegnung, wo es Cafés und Animation gibt, wo Leben herrscht, wo man Kultur erlebt und Kultur macht.

  • Ein Dokumentations- und Forschungscampus zum bislang wenig dokumentierten und erforschten Strukturwandel würde sich auf diesem vom vergangenen und künftigen Strukturwandel (Stichwort. „villes en transition“!) geprägten Areal anbieten. Hier würden sich Architekturbüros sowie Betriebe (auch Start Ups) aus den Bereichen Urbanismus, Stadtentwicklung, Landesplanung, Umwelt, Energie und Mobilität ansiedeln. Mit Historikern, Soziologen und Kulturschaffenden auf einem Campus könnte hier zusammengearbeitet und Erfahrungen ausgetauscht werden.

  • Durch die Nähe zum Reisemobilstellplatz und künftigen Campingplatz und zu dem Quartier Nei Schmelz, inklusive des angedachten Kulturviertels, bietet sich das Kulturzentrum opderschmelz ideal für den Standort des Tourismusbüros an. Außerdem wäre dies der perfekte Start- und Endpunkt des Kultur- und Industriepfades und könnte Ausgangspunkt der geführten Touren durch Düdelingen sein.

  • Der Sitz des nationalen audiovisuellen Zentrums befindet sich in Düdelingen. Darüber hinaus interessierte sich die private Filmindustrie seit jeher für den Standort Düdelingen. Leider wurde ihr spruchreifes Projekt 2008 von der Regierung abgeschmettert. Jetzt, wo das Projekt Neischmelz Konturen annimmt, ist der Zeitpunkt gekommen, dass die Filmindustrie erneut Fuß in Düdelingen fasst. Die Filmstudios würden so das Kulturviertel ergänzen.

  • Die Konzentration an Kultur im Kulturviertel wird es erlauben Ausbildungen im audiovisuellen und künstlerischen Bereich und Teile von Spezialisierungen in Neischmelz anzusiedeln. Räume sind da, Ateliers sind vor Ort oder schnell einzurichten. Das Viertel erlaubt außerdem Künstlerresidenzen auf Zeit anzubieten und Wohngelegenheiten u.a. für Kunststudenten zu schaffen. Im Haus der Kreativität hätten die Jüngsten Gelegenheit, im Schatten der Filmstudios erste Schritte in die Medienwelt zu wagen.

 

Das Patrimonium würdigen

  • So könnte z.B. im Rahmen des Mittelalter-Weihnachtsmarktes sowohl auf dem Markt als auch im Kulturzentrum opderschmelz und in der Kirche alte und mittelalterliche Musik angeboten und im Museum mittelalterliche Kunst in den Vordergrund gestellt werden.

  • Auch die Fundstücke, die auf dem Gehaansbierg ausgegraben wurden, müssen auf ansprechende Art in einem lokalen Museum ausgestellt werden. Die frühere Galerie Gaasch ist zu eng um den historischen Kontext vermitteln zu können. Die EinwohnerInnen Düdelingens sollten aber auch ein reales Mittelalter jenseits der Mittelalterfeste kennen lernen.

  • Die letzten Zeugnisse der Stahlindustrie, die Düdelingen nicht nur 100 Jahre lang geprägt hat, sondern durch die harte Arbeit Tausender von Arbeitern zu dem gemacht haben, was Düdelingen heute ist, sollten unbedingt der Nachwelt erhalten und besser in Szene gesetzt werden. Wie z. Bsp. als „Parc sidérurgique“ im nördlichen Neischmelz-Park (siehe auch Kulturviertel). Im südlichen Neischmelz-Park (in Verbindung mit Volmerange-les-Mines) könnte die Bergbautätigkeit (verlassener „Buggi“ beim Krankenhaus sowie durch Einbeziehung von Exponaten aus Volmerange) mit diesem Teilaspekt unserer industriellen Vergangenheit thematisiert werden. Heute sind die einzelnen Zeugnisse konzeptlos verstreut: Konverter und Walzgerüst hinter der Schule Wolkeschdall, einsamer und verlassener „Buggi“ beim Krankenhaus sowie ein Schlackenwagen „Humpen“ auf der ehemaligen Schlackenhalde am Rande der Haard, der aufgrund der voranschreitenden Erosion der Schlackenhalde wohl in absehbarer Zeit hinunterstürzen wird. Durch multimediale Projekte und Fotoausstellungen könnte somit diese beschwerliche Arbeit wie industriearchitektonische Vergangenheit der Nachwelt erhalten bleiben.

  • Wir setzen uns auch dafür ein, dass die „Fonducq-Halle“ integral erhalten bleibt und bereits in der Übergangsphase experimentell genutzt wird. Diese Idee wurde kürzlich in einem Ideen-Workshop vom D-Kollektiv und der Stadt vertieft. Die Halle bietet aufgrund ihrer Größe die einmalige Chance, unter Erhalt der bestehenden Überreste (sprich nicht klinisch sauber renoviert) in einem „Open Space“ Amateure, Jugendkultur wie Professionelle in einem gemeinsamen Raum werken zu lassen und dabei einen Austausch untereinander wie auch mit den zukünftigen Akteuren der Filmindustrie und dem Kulturviertel zu ermöglichen. Hier besteht die einmalige Chance für ein richtungsweisendes Gesamtkonzept.

  • Generell finden déi gréng, dass es zwar Bemühungen gibt, den öffentlichen Raum zur Kulturförderung vermehrt zu nutzen, diese in unseren Augen jedoch nicht ausreichend sind. So könnte zum Beispiel eine Fußgängerzone als ganzjähriger Ausstellungsraum genutzt werden, leerstehende Geschäftsvitrinen könnten kurzfristig angemietet werden, der triste Anblick der Parkplätze mit Freiluftkulturgütern verschönert werden. Auch der Park Mayrisch und die Le'h bieten viel Raum für open air Kunst.

  • Was die Migrationsgeschichte angeht, die nicht nur für Düdelingen größte Bedeutung hat, so muss das bestehende Centre de Documentation des Migrations Humaines in der Gare-Usines mittelfristig zu einer nationalen Institution aufgewertet werden. Hier soll die Gemeinde stärker einwirken, dass der Staat seine Verantwortung übernimmt und dem bedeutungsvollen Phänomen der Migrationen endlich den Stellenwert verleiht, den es gesellschaftlich verdient.

  • Und was die neueste Migration betrifft: die Flüchtlinge mit ihrer Kunst und Kultur sollten aktiv und passiv, d.h. als Teilnehmer und als Publikum, in das Kulturangebot eingebunden werden

 

Kulturhauptstadt 2022

In die kommende Legislaturperiode fällt auch die höchst wahrscheinliche Ausrichtung der dritten Europäischen Kulturhauptstadt auf Luxemburger Territorium, und zwar im Verbund mit der Fahnenträgerin Esch/Alzette und den anderen Pro-Sud-Gemeinden.

Es sei daran erinnert, dass bei der letzten Kulturhauptstadt 2007 Düdelingen die bedeutendste thematische Ausstellung beherbergte, und zwar „ReTour de Babel“ in der Stahlwerkshalle. Deshalb sollte gleich nach der Zuerkennung des Titels Ende 2017 die Stadt aktiv werden und im Verbund der anderen Gemeinden richtungsweisende Projekte konzipieren.

Regionale Projekte mit anderen Gemeinden verhindern nicht, dass die Stadt selbst eigene Kunst- und Kulturprojekte auf die Beine stellt, die u.a. auch die junge lokale Szene motivieren können. Eine öffentliche Ausschreibung wäre hier sicherlich hilfreich, damit die Kulturhauptstadt so tief wie möglich in der Bevölkerung verankert wird. 

 

zurück zum Inhaltsverzeichnis

 

9. Diddeleng op d'Landkuart setzen

Destinatioun Diddeleng

Das touristische Potential Düdelingens wird selbst von seinen eigenen Einwohnern oft unterschätzt. Besonders in den Bereichen Industriekultur, Kunst und Fotografie sowie Naturtourismus in den früheren Tagebaugebieten birgt sich ein Schatz, der spätestens im Kulturhauptstadtjahr 2022 geborgen werden muss.

Die nationale UNESCO-Kommission plant nämlich, die gesamte Minett-Region von der UNESCO als „Man & Biosphere“ Areal deklarieren zu lassen. Das sind weltweit bemerkenswerte Regionen, in denen die menschliche wirtschaftliche Aktivität tiefgreifende Spuren hinterlassen hat und die dabei sind, sich neue, nachhaltige Aktivitäten und ein attraktives Image zuzulegen.

Am äußersten südlichen Ende dieser Region zwischen Rodange und Düdelingen könnte unserer Stadt eine Schlüsselrolle zukommen, auch als Eintrittsportal für auswärtige Besucher.

Die Stadt Düdelingen braucht also mehr denn je ein touristisches Konzept mit Angeboten, die für einheimische und auswärtige Besucher attraktiv sind und die auch der lokalen Bevölkerung und der Wirtschaft zugutekommen.

 

Déi gréng schlagen vor:

  • Wichtig sind zentrale Informationsstellen mit durchgehenden Öffnungszeiten, auch an Wochenenden. Dafür bietet sich z.B. das Kulturzentrum opderschmelz an, in Zusammenarbeit mit dem Office régional du tourisme (red rock) und dem lokalen Syndicat d’initiative. Zu einem Konzept gehören auch geschulte Berater sowie eine vollständige Internetseite mit allen touristischen Freizeit- und Besichtigungsmöglichkeiten, Übernachtungs- und Gastronomie-Angeboten.

  • Ginzebierg, Wal, Gehaansbierg, Léi und besonders das Naturschutzgebiet Haard werden weiterhin eine wichtige Rolle spielen, als Naherholungsgebiete für die Düdelinger Bevölkerung, aber auch als Wanderwegenetz für Touristen aus dem In- und Ausland.

  • Freizeitangebote können thematisch gebündelt werden. Als Beispiele sind Package-Angebote für Familien (Kinderweg Léi, Kletterpark, Schwimmbad, Märchenwald, Spielplätze, Skaterpark, Mountainbike…), für Seniorengruppen oder für Kulturinteressierte (Museen, Galerien, CNA, Stadtviertel Italien, Kirche mit Orgel, geführte Besichtigung der Industriekultur…) zu nennen. Auch ein Package für Menschen mit Mobilitätseinschränkungen gehört in dieses Angebot.

  • Die Gemeinde soll sich an der Ausarbeitung von innovativen und nachhaltigen Projekten und Ideen beteiligen. In einem grenzüberschreitenden Naturpark „Land der roten Erde“ oder einer Biosphärenzone kann eine Marketingoffensive nach außen gestartet werden. Auch konkrete Angebote vor Ort, wie der Verleih von Trekkingrädern oder Pferdetouren, können erarbeitet werden.

  • An den verschiedenen Stadteinfahrten sollen große Willkommenstafeln auf die Hauptsehenswürdigkeiten hinweisen und gleichzeitig die verschiedenen Aspekte der Stadt Düdelingen (Bauerndorf, industrielle Vergangenheit, Wohngemeinde mit hoher Lebensqualität, dynamische Stadt mit hohem Entwicklungspotential) hervor gestrichen werden.

  • Der Fahrradtourismus (Bed&Bike)und Freizeitinfrastrukturen müssen ausgebaut werden. Mountainbike-Strecken, Bike-Park, Indoor-Skatepark sind in dem Kontext nur einige von vielen Ideen. Auch der Campingcar-Parkplatz sollte neu konzipiert werden.

  • Im Rahmen des Syndikats Pro-Sud und des „Office régional du tourisme“ muss die regionale Zusammenarbeit ausgebaut werden, ohne dabei die Großregion zu vergessen.

  • Der Parc Le’h mit seinem Kiosk soll an allen Wochenenden, außer im Winter, für Auftritte von Musikern und Künstlern zur Verfügung gestellt werden.

  • Touristenattraktionen oder Veranstaltungen der Gemeinde, die Bemühungen in der Barrierefreiheit und der Gastfreundschaft machen, sowie den Bedürfnissen aller Besucher, darunter Besucher mit Behinderungen Rechnung trägt, bewerben sich um das nationale „Eurowelcome“ Label zu bekommen. Interessierte Betriebe müssen bestimmte grundlegende Anforderungen der architektonischen Barrierefreiheit und Freundlichkeit erfüllen. Das Label wird durch das Ministerium für Wirtschaft in Zusammenarbeit mit der nationalen Dienststelle Info-Handicap vergeben und basiert auf dem" Design for All " Konzept.

  • Die Museen und Galerien der Gemeinde bieten Führungen an, die sich auch an Menschen mit sensorischen, physischen oder kognitiven Einschränkungen richten. Das Personal der kulturellen Einrichtungen der Gemeinde wird dafür sensibilisiert und bekommt eine spezifische Weiterbildung angeboten.

  • Punktuelle Konzerte – z.B. in Zusammenarbeit mit der Musikschule und lokalen Bands – sollen die Atmosphäre im Zentrum außerhalb der Großveranstaltungen wie der Fête de la Musique aufheitern.

  • Punktuelle Veranstaltungen (Biomarkt, repair café, upcycling Markt,…) sollen den Stadtkern attraktiver gestalten.

 

zurück zum Inhaltsverzeichnis

 

10. Eegen Energie ouni Atom

Prima Klima zu Diddeléng

Nicht erst seit dem Pariser Abkommen ist jede Gemeinde verpflichtet, einen Beitrag zum globalen Klimaschutz zu leisten. Der Umstieg auf erneuerbare Energien ist für den Klimaschutz unumgänglich. Unser Ziel ist eine Gemeinde, die die Energie, die sie verbraucht, selbst produziert. Aber auch unser Ressourcenverbrauch und unser Konsumverhalten spielen eine wichtige Rolle. Obwohl Düdelingen eine Klimapaktgemeinde ist, werden diese Herausforderungen in der Öffentlichkeit nicht thematisiert.

Die Gemeinde muss eine viel energischere Rolle in der Kampagne „Abschalten der Atomkraftzentrale Cattenom“ spielen. Ein aktiverer Einsatz bei Initiativen und Aktionen würde unserer Grenzgemeinde gut zu Gesicht stehen. Weiterhin muss der Verzicht auf Atomstrom selbstverständlich bleiben, ebenso wie die Ablehnung der Gentechnik.

 

Déi gréng schlagen vor:

  • Das kommunale Energiekonzept und die angestrebten Ziele werden der Öffentlichkeit vorgestellt.

  • Die BürgerInnen werden konsequent informiert und beraten, wie sie im Alltag Energie sparen können.

  • Bei Veranstaltungen und Festen wird den Vereinen gratis ein Cupsystem zur Verfügung gestellt. Der anfallende Müll wird getrennt.

  • Alle Vereine in der Gemeinde unterschreiben eine Charta, in der sie sich dazu verpflichten, Heizung, Strom und Wasser zu sparen.

  • Ein Repaircafé wird geschaffen, wo defekte Geräte repariert werden können.

  • Die Gemeinde prüft die Einsatzmöglichkeit aller erneuerbaren Ressourcen und berät anhand des bestehenden Solarkatasters und mit Hilfe von staatlichen Beratungsstellen über die Nutzung der Sonnenenergie.

  • Im Bereich der multimodalen Plattform befindet sich eine riesige asphaltierte Fläche, die nur eine Funktion erfüllt: ein riesiger Parkplatz für LKW-Anhänger. Durch eine zumindest teilweise Überdachung mittels Ständern dieses riesigen Parkplatzes mit Solarmodulen könnte der größte Solarpark des Landes oder gar der Großregion entstehen. Da sich der Parkplatz ganz auf dem Territorium der Düdelinger Gemeinde, jedoch im Besitz von CFL Multimodal befindet, sollte der nächste Schöffenrat bei CFL Multimodal vorstellig werden, damit ein solcher Solarpark dort realisiert werden könnte.

  • Bei neuen Wohnsiedlungen gelten Passivhäuser oder Niedrigenergiehäuser (Mindestanforderung Klasse B) als Standard. Statt freistehender Einfamilienhäuser wird auf kompakten Wohnungsbau gesetzt.

  • Die Gemeinde initiiert Photovoltaik-Gemeinschaftsanlagen auf kommunalen Dachflächen.

  • Bei der Vergabe von öffentlichen Aufträgen zieht die Gemeinde die Betriebe vor, die über eine besondere Kompetenz in den Bereichen Energieeffizienz und erneuerbare Energien verfügen.

  • Die energetische Sanierung von Privatwohnungen wird von der Gemeinde zusätzlich zu den staatlichen Hilfen subventioniert. Die Gemeinde stellt finanzielle Mittel zur Verfügung, die einkommensschwachen Familien helfen, ihre Wohnung energetisch zu sanieren. Kommunale Subventionen für energiesparende Haushaltsgeräte sind ein starker Anreiz und sollen wiedereingeführt werden.

  • Regelmäßige Informationen über Energiesparmöglichkeiten und erreichte Ziele im Bliédchen, im analytischen Bericht und der Internetseite der Gemeinde sind notwendig um die BürgerInnen zu motivieren.

  • Wir wollen Bürgerinnen und Bürger dazu motivieren, Energie-Kooperativen zu gründen und sie dabei unterstützen gemeinschaftliche Anlagen in Betrieb zu nehmen.

 

zurück zum Inhaltsverzeichnis

 

11. Méi Grings, manner Bëtong

Eng gesond Emwelt zu Diddeléng

Auch im Bereich des Umwelt- und Naturschutzes auf nationaler Ebene ist die grüne Handschrift im Vergleich zu früheren Infrastrukturministern schon deutlich erkennbar:

In der Vergangenheit hat es meist Jahre gedauert, bis Kompensationsmaßnahmen realisiert wurden; einige (siehe Nordstraße) sind bis heute nicht umgesetzt. Auch bei der Gemeinde Düdelingen gibt es Nachholbedarf.

Nachhaltigkeitsminister Bausch und die CFL realisierten dagegen im Roeserbann (Wald als Kompensation für die Standseilbahn Pfaffental-Kirchberg) und in Büringen (Wald als Kompensation für CFL Multimodal) die Kompensationsmaßnahmen noch vor Fertigstellung der betreffenden Projekte. Und die Bürgerinitiative Biireng21 fand ein offenes Ohr mit ihrem Anliegen, die Bäume am Kreisel Dudelange-Burange ortsnah umpflanzen statt absägen zu lassen.

Das soll auch in Zukunft so bleiben: déi gréng Diddeleng treten energisch für die Erhaltung der Baumallee am nördlichen Stadteingang ein. Es kann nicht sein, dass für die Ansiedlung von Billiggeschäften die Einfahrtstraße irrsinnig verbreitert wird, auf Kosten einer attraktiven Allee.

In der Stadt Düdelingen wurden in den letzten Jahren zahlreiche Bäume, aus nicht immer ersichtlichen Gründen, entfernt: neben der Kirche, in der Niddeschgaass, der rue Jean Wolter, der rue Aline Mayrisch, im neuen Park beim Lycée Nic. Biever sowie im Parc Leh. Ehe wertvoller Baumbestand weiterhin beschädigt wird, muss energisch gegengesteuert werden.

 

Mehr Grün!

Déi gréng stehen für eine gesunde Umwelt und eine artenreiche Natur, damit wir den kommenden Generationen eine lebenswerte Gemeinde überlassen können. Hier die wichtigsten Vorschläge:

  • Eine Auflistung aller schützenswerten – und zu schützenden - Bäume im öffentlichen Raum, die allen BürgerInnen zugänglich ist, ist absolut notwendig. Diese soll gewährleisten, dass gemeinsam Sorge getragen wird für deren Schutz und Erhalt.

  • Die Gemeinde arbeitet ein Informationsblatt aus für Baufirmen, das sich auf den Umgang mit schützenswerten Bäumen bezieht. Ein Mitarbeiter des technischen Dienstes ist zuständig, um die Einhaltung dieser Vorschriften zu kontrollieren.

  • Anfallende Baumarbeiten werden jeweils angekündigt und für Laien verständlich erklärt. Darüber hinaus finden regelmäßige Waldbegehungen mit dem Förster statt.

  • Düdelingen ist Mitglied des Naturschutzsyndikats SICONA. Die Gemeinde beteiligt sich am SICONA-Projekt „natur genéissen – mir iesse regional, bio a fair“. Sie kauft nachhaltig, soweit möglich biologisch produzierte Lebensmittel für die Kantinen der maisons relais ein. Küchenpersonal und ErzieherInnen der maisons relais nehmen an den angebotenen Fortbildungen zu gesunder Ernährung teil.

  • Die Gemeinde stellt eine Ackerfläche für einen Gemeinschaftsgarten zur Verfügung, wo alle interessierten Personen biologisches Gemüse anpflanzen können. Mit Hilfe der Gemeindegärtnerei und dem „Gaard an Heem“ erwirbt jeder, der möchte, das notwendige Knowhow zum eigenständigen Gärtnern.

  • Unsere kommunalen Wälder werden gemäß einem zehnjährigen Bewirtschaftungsplan genutzt. Dabei werden sowohl ökonomische, soziale und ökologische Aspekte berücksichtigt. Wir sind der Meinung, dass bei zukünftigen Plänen der ökologische Aspekt stärker zum Tragen kommen soll.

  • Alte Bäume sind wichtig um die Biodiversität zu erhalten. Ihr Wert ist nicht am Preis des Holzes zu messen und Teile unserer Wälder müssten auch mehrere hundert Jahre erreichen können. Die bestehenden Altholzinseln sollten gekennzeichnet und ausgedehnt werden.

  • Besonders wertvolle Waldgebiete wie der „Därebësch“ (Richtung Zoufftgen) sollten von Bewirtschaftung verschont werden. Um den Boden zu schonen soll bei Waldarbeiten auf schwere Maschinen verzichtet und stattdessen auf Pferde zum „Aufräumen“ zurückgegriffen werden.

 

 

Naturschutz überall

  • Es ist an der Zeit, eine Bilanz (Stärke/Schwächeanalyse) der gemeindeeigenen Umweltstelle Gréngt Haus durchzuführen und Möglichkeiten aufzuzeigen, wie es der steigenden Nachfrage gerecht werden kann.

  • Düdelingen ist Mitglied des Naturschutzsyndikats SICONA Westen. Dieses betreibt Biotopschutz (Bsp.: Anlegen und Pflege von Hecken, Tümpel, Ufer- und Ackerrandstreifen) sowie Artenschutzprojekte (Bsp.: Steinkauz, Fledermaus und Mauersegler) und bietet Umwelterziehung für Schüler an. Auch hier tut eine Aufstockung der Finanzmittel not.

  • Neben der Teilnahme an bestehenden pädagogischen Konzepten des SICONA zur Umwelt- und Gesundheitserziehung würde sich auch die Teilnahme an der vom Mouvement Écologique ausgearbeiteten Aktion „A voller Bléi! Äre Gaart a Balkon: e Paradäis fir eis Beien“ zum Erhalt der so wichtigen wie bedrohten Honig- und Wildbienen empfehlen. Neben 15 Luxemburger Pflanzen-Fachgeschäften sind 11 Gemeinden als „Pilotgemeinden“ besonders engagiert, neben Dörfern auch die Südgemeinden Differdingen, Esch/Alzette und Petingen. Déi gréng würden Düdelingen an diese „communes exemplaires“ anschließen und möglichst viele Blumen und Kräuter auf dem Stadtterritorium anpflanzen, die für Bienen eine gesunde und ergiebige Nahrungsquelle bieten.

  • Die pädagogische Dimension ist wichtig: man könnte für jedes Kind, das hier in Düdelingen ins erste Schuljahr kommt, im Rahmen einer Lehrveranstaltung einen Baum mit einem Namensschild anpflanzen.

  • Transition Towns ist eine weltweite Bewegung, die versucht, den Übergang von einer verschwenderischen zu einer nachhaltigen Gesellschaft von unten, also auf der Ebene der Gemeinden und Viertel, weiterzutreiben. Die Gemeinde sollte, besonders bei der Entwicklung von Neischmelz, dieser Bewegung weitreichende Freiräume bieten, um innovative Projekte vor Ort zu initiieren.

  • Im Bereich der Sensibilisierung für den Naturschutz bleibt noch Einiges zu tun. Die Ausweisung des Därebësch als Naturschutzgebiet ist nur ein Beispiel.

  • Wichtig ist, die Bevölkerung über den Respekt der Bestimmungen im Naturschutzgebiet Haard zu sensibilisieren, die Zielsetzungen für Biodiversität und Artenschutz definieren. Wenn in den nächsten Jahren auf dem Gelände der ehemaligen Affilux ein weiteres Infozentrum der Natur- und Forstverwaltung entsteht, sollte die Gemeinde sich von vorne herein einklinken, damit die BürgerInnen, besonders die Kinder, die pädagogischen Angebote optimal nutzen können.

  • Eine Machbarkeitsstudie über die teilweise Renaturierung der Diddelénger Baach soll in Auftrag gegeben werden. Im Bereich der Biirenger Wisen soll ein naturnahes Naherholungsgebiet mit Fuß- und Radwegen geschaffen werden.

  • Die biologische Landwirtschaft soll unterstützt werden, bestehende Streuobstwiesen und biologische Schul- und Schrebergärten sollen gefördert werden.

  • Die Grünen werden prüfen, ob es möglich ist eine eigene Gemüsegärtnerei (wie in Esch) und eine Großküche aufzubauen um die Schulkantinen in Düdelingen zu beliefern. Ziel sollte es sein, diese Struktur auch zur Ausbildung und Beschäftigung junger Arbeitssuchenden zu nutzen.

  • Im Rahmen des Flächennutzungsplans (PAG) muss der Naturschutz stärker zum Tragen kommen. So ist z.B. eine flächensparende Bauweise bei neuen Siedlungen nicht mehr zu umgehen. Regenwassernutzung bei öffentlichen Gebäuden wird obligatorisch, bei privaten Haushalten wird sie gefördert.

  • Die Luftqualität in Aktivitätszonen und in verkehrsbelasteten Stadtvierteln soll regelmäßig gemessen werden und Vorbeugemaßnahmen eingeleitet werden.

  • In öffentlichen Gebäuden soll Müll vermieden und der Restmüll sortiert werden. Das Altlastenkataster auf den Industriebrachen soll detailliert veröffentlicht, entsprechende Maßnahmen eingeleitet werden. Bei Ausschreibungen und Aufträgen der Gemeinde sollten ökologische und soziale Kriterien angewendet werden (vom Recyclingpapier und Putzmittel über Kantinenlieferanten und LED-Lampen bis zum Bauwesen).

  • Finanzielle Förderung der Eigenstromerzeugung inkl. Stromspeicher soll finanziell gefördert werden.

  • Straßenbeleuchtung soll nachts reduziert werden (Lichtverschmutzung für Mensch und Störfaktor für Tiere).

  • Im Rahmen der rechtlichen Möglichkeiten soll die Anwendung von Pestiziden, Fungiziden und Herbiziden, auch im Privatbereich, untersagt werden.

 

zurück zum Inhaltsverzeichnis

 

12. Pluralismus amplaz Eenheetspartei

Fir eng demokratesch Gemeng!

 

Bürgerbeteiligung und Basisdemokratie gehören zum grünen Selbstverständnis. Wir begrüßen ausdrücklich die Sprechstunden des Schöffenrates und die Tatsache, dass in der vergangenen Legislaturperiode auch die Gemeindeverantwortlichen z.B. im Rahmen der Projekte Neischmelz und PAG (Allgemeiner Bebauungsplan) die Bürger in Workshops mit eingebunden haben.

Oft geschah diese Einbindung nur halbherzig. So wurden zahlreiche und konkrete Ideen, die von vielen Bürgern im Rahmen der Workshops erörtert und entwickelt wurden, nie öffentlich gemacht. Das Gleiche gilt für das inzwischen in der Versenkung verschwundene Biergerforum.

Zwar begrüßen wir, dass das Stadtmagazin Meng Stad nun viermal jährlich herauskommt, bedauern aber die doch sehr einseitige Fassung, die sich fast wie ein kostenloses, reich bebildertes Wahlprogramm der Majorität liest.

Déi gréng haben ihre Rolle in der Opposition vor allem dazu genutzt um konstruktive Verbesserungsvorschläge und richtungsweisende Initiativen einzubringen. Etliche von diesen Vorschlägen wurden aufgenommen, andere ohne Begründung und Diskussion abgelehnt, wieder andere lau zur Kenntnis genommen und im Sand verlaufen gelassen.

 

Wir schlagen vor:

  • Einrichtung eines interaktiven Blogs, in dem BürgerInnen ihre Vorstellungen einbringen können,

  • Das Stadtmagazin „Meng Stad“ darf nicht vom Schöffenrat alleine herausgegeben werden, denn die Stadt gehört nicht ihm alleine und ein objektives Stadtmagazin sollte nicht parteipolitisch ausgerichtet sein. Vielmehr sollte es – wie das Differdinger Diffmag oder das City Magazine und „Ons Stad“ der Stadt Luxemburg - von der Gemeinde herausgegeben werden. Diese Stadtmagazine kommen übrigens weitgehend ohne Fotogalerie der dortigen Schöffenräte aus! In der Tat sind viele Projekte und Initiativen, die in „Meng Stad“ vorgestellt werden, auch von der Opposition mitgetragen oder beruhen gar auf Initiativen der Opposition. Deshalb wäre ein Redaktionsgremium, das sich aus dem Schöffenrat und Vertretern der Opposition zusammensetzt, ein Mehrwert an demokratischer Kultur.

  • Das Bürgerforum sollte reaktiviert werden und materiell und personell unterstützt werden.

  • Im Rahmen der Gemeindeverwaltung soll Hilfestellung beim Ausfüllen von Anträgen, Formularen geleistet werden (in der Art eines „Ecrivain public“).

  • Düdelingen soll einen partizipativen Ausschuss von Menschen mit Behinderungen ins Leben rufen(Comité participatif), am Beispiel der Stadt Luxemburg. Man geht davon aus, dass 15% der Bevölkerung von einer Behinderung betroffen sind und nach dem Motto „Nichts über uns, ohne uns“ wird auf diese Art und Weise den Forderungen und spezifischen Bedürfnissen dieses Zielpublikums verstärkt Rechnung getragen, wovon alle BürgerInnen profitieren können (siehe Kapitel zum Design for All).

  • Die beratenden Kommissionen, von denen einige äußerst selten einberufen wurden, sollten aufgewertet werden. Interessierte BürgerInnen sollten stärker mit einbezogen werden. Statt Abnicken der Vorschläge der Majorität durch ihre Parteigänger sollten inhaltliche Diskussionen im Vordergrund stehen.

 

Alles in Allem drängt sich die Feststellung auf: demokratische Mitbestimmung in einer Gemeinde, in der eine einzige Partei die absolute Mehrheit hat, ist illusorisch. Eine solche Situation verführt dazu, dass wenige Personen aus einer und derselben Partei alle Entscheidungen im Alleingang treffen.

Auch die Gemeinderatsmitglieder der übrigen Parteien beklagen sich darüber, nicht rechtzeitig informiert und einbezogen zu werden. Dadurch entsteht eine politische Kultur des „fait accompli“, die alles andere als demokratisch ist.

 

Fazit: Der Alleinherrschaft der LSAP muss ein Ende gesetzt werden.

 

DEI GRENG DIDDELENG SI PRETT RESPONSABILITEIT Z‘ IWWERHUELEN AN MATZEGESTALTEN

 

an hei eng Kuerzversioun vun eisem "Walprogramm 2017" als PDF fir rofzelueden:
 
Wahlprogramm déi gréng Diddeleng 2017