Sieben gute Gründe um die Niederlassung der griechischen Joghurtfabrik FAGE in Düdelingen abzulehnen

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Sieben gute Gründe um die Niederlassung der Griechischen Joghurtfabrik Fage in Düdelingen abzulehnen

1. In der Industriezone Wolser (zu Düdelingen und Bettemburg gehörend) werden täglich zusätzliche 80 Lkws und 300 Pkws auf der N31 und den umliegenden Straßen unterwegs sein um Ingredienzen an- und Jogurt in Plastikbechern abzutransportieren.

2. Mindestens 2.500 m3 Trinkwasser pro Tag (der Verbrauch einer Stadt von 18.000 Einwohnern) werden für die Produktion notwendig sein.

3. Eine eigens für FAGE gebaute Kläranlage wird der schon stark belasteten Alzette warmes Abwasser zuführen, im Umfang von fast einem Drittel ihrer Wassermenge.

Wie kann die Düdelinger Gemeinde als Klimabündnispartner dieses umweltschädigende Projekt gutheißen?

Die nationalen und internationalen Auswirkungen der Niederlassung in Düdelingen / Bettemburg müssen ebenfalls hinterfragt werden:

4. FAGE hat sich vom griechischen Familienunternehmen zu einem transnationalen Unternehmen gemausert und agiert auch in diesem Sinne: es verlegte seinen Sitz aus puren Steuergründen nach Luxemburg. Einen Teil der Produktion zog es aus Nordgriechenland ab. Dem krisengebeutelten Staat Griechenland entgehen die entsprechenden Steuergelder und eine der ärmsten Gegenden der E.U. verlor Arbeitsplätze.

5. Anfangs war wenig gewusst über dieses medienscheue Unternehmen. Paperjam veröffentlichte kürzlich allerdings Informationen über Konstrukte von komplizierten Firmenstrukturen und Phantomberatern, die an der ehrbaren Ausrichtung des Unternehmens zweifeln lassen.

6. Das Grundstück in der nationalen Industriezone Wolser wurde entgegen üblichen Gepflogenheiten an das Unternehmen verkauft. Der Luxemburger Staat hat also keine Handhabe mehr darauf.

7. Letztendlich stellt sich für Luxemburg die Frage, ob diese Form der Industriepolitik noch zeitgemäß ist. Der Staat investiert in Infrastrukturen (davon allein in einen Abwasserkanal von 1,2 Millionen Euro) um ein wenig innovatives Unternehmen mit exorbitantem Ressourcenverbrauch anzuziehen. Ob diese Ausgaben nachhaltig, sinnvoll und rentabel sind wird nicht hinterfragt.

Auf dieser großen Fläche könnten durch Klein- und Mittelbetriebe die in der Kreislaufwirtschaft oder der lokaken Lebensmittelproduktion tätig sind wesentlich mehr und nachhaltigere (resilientere) Arbeitsplätze geschaffen werden, als durch ein großes Unternehmen der "alten" Generation.