Bye Bye Fage. Was jetzt?

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Bereits seit Jahr und Tag hat die Lokalsektion der Düdelinger Grünen die intransparente Prozedur rund um die nationalen Gewerbezonen angeprangert, u.a. weil sie die Ansiedlung lokaler und regionaler Betriebe verhindert zugunsten oft dubioser Projekte.

An dieser Stelle sollten 7 gute Gründe aufgelistet werden, um die Niederlassung der griechischen Joghurtfabrik FAGE in Düdelingen abzulehnen (hier auch auf Französisch zu finden). Nun hat sich der FAGE-Yoghurt verdünnisiert, vielleicht weil sich dank eines Beitrags der wirtschaftsfreundlichen Publikation Paperjam der Verdacht erhärtet hat, bei dieser Niederlassung ginge es mehr um dubiose Steuermanöver, bis hin zur Geldwäsche, als um ein seriöses Industrieprojekt. 

Doch was nun? Der Fall FAGE hat auch offenbart, dass unsere Gesetzgebung es nicht erlauben würde, einem neuen, ähnlichen Projekt einen Riegel vorzuschieben. Vor allem aber fehlt es an einer kohärenten nationalen und lokalen Industriepolitik, die den hehren Vorstellungen eines Rifkin-Prozesses gerecht wird. 

Aus diesem Desaster müssen Lehren gezogen werden. Am besten im Dialog zwischen der nationalen und lokalen Ebene, die endlich auch die Bürgerinnen und Bürger einbezieht.

Bereits seit Jahr und Tag hat die Lokalsektion der Düdelinger Grünen die intransparente Prozedur rund um die nationalen Gewerbezonen angeprangert, u.a. weil sie die Ansiedlung lokaler und regionaler Betriebe verhindert zugunsten oft dubioser Projekte.

Hier einige erste Überlegungen wie es weitergehen könnte:

  • Es muss sich weiterhin dafür eingesetzt werden, dass nationale Gewerbezonen auch für Industrieprojekte lokaler und nationaler Unternehmen geöffnet werden, sofern diese sinnvoll sind.
  • Dann muss auf unserer lokalen Ebene mit den nationalen Instanzen geklärt werden, was für Wolser und Co passt, sowohl hinsichtlich der Umweltstandards wie auch der Prioritäten für den lokalen und regionalen Arbeitsmarkt.
  • Derzeit entsteht in Luxemburg ein „innovative hub“ nach dem anderen. Irgendwann sollen die innovativsten Produkte dieser start-up möglicherweise hier auf industrieller Basis gefertigt werden. Warum also nicht industrielle Gründerzentren für sie einrichten?
  • Darüber hinaus hat nicht zuletzt die Covid-Krise gezeigt, dass es vorteilhafter wäre, eine Palette aus Fernost importierten Produkten vor Ort herzustellen: im medizinischen Bereich sowie z.B. im Bereich Nahrungsmittel. Es muss kein griechischer Yoghurt sein.
  • Eine innovative, gut überlegte und mit den Bürgerinnen und Bürgern diskutierte Industriepolitik könnte die Basis sein, Luxemburg auf die Karte zirkularer und nachhaltiger Wirtschaftsstandorte zu setzen, statt als Nische für ressourcenfressende und von Steuerersparnis beseelte Unternehmen.

Letztendlich müssten die legalen Prozeduren effizienter und transparenter gestaltet werden. Aus der generellen Orientierung der nationalen Industriepolitik in Richtung Kreislaufwirtschaft, regionale Märkte und sinnvolle Produkte ergäben sich dann hohe Umwelt- und Sozialstandards, die mithilfe entsprechender Fördermittel unterstützt werden könnten.